Das Theater der Jugend fühlt sich den Werken der Weltliteratur verpflichtet, regelmäßig werden Klassiker auf dem Spielplan gehievt. Nun geht das Theater im Zentrum mit Victor Hugos Meisterwerk "Der Glöckner von Notre Dame" in die neue Spielzeit. Hugos historischer Roman aus dem Jahr 1831 umfasst viele Handlungsebenen, zeigt ein so farbenfrohes wie grausames Sittenbild der Pariser Gesellschaft im Hochmittelalter.

Frank Engelhardt als Quasimodo. - © Theater der Jugend/Rita Newman
Frank Engelhardt als Quasimodo. - © Theater der Jugend/Rita Newman

Die Bühnenfassung in der Bearbeitung des britischen Theatermachers Jethro Compton ist gekonnt auf vier Personen eingedampft. In einer Ausstattung, die das Mittelalter effektvoll zitiert, setzt Regisseur Compton das Stück routiniert um und konzentriert sich vor allem auf die tragische Liebesgeschichte. Wie sich der schwer deformierte Quasimodo, mit Verve verkörpert von Theater-der-Jugend-Grandseigneur Frank Engelhardt, in die unvergleichliche Esmeralda verliebt, ist anrührend.

Ensemble-Neuzugang Soffi Povo stellt die spanische Tänzerin und Sängerin auf mitreißende Weise dar, vor allem der sagenumwobene Tanz, bei dem sich halb Paris in "La Esmeralda" verschaut, wird flamencomäßig klassisch umgesetzt - mit energischen Steppschrittten, anmutigen Drehungen bei denen wehende Rockschößen und bunte Tücher gut zur Geltung kommen.