La commedia è finita. Die Tragweite dieser Worte war am Freitag in der Wiener Staatsoper deutlich spürbar. Die Maßnahmenverschärfungen der Regierung zur Covid-Eindämmung lagen in der Luft, als Roberto Alagna den Schlusssatz von Ruggiero Leoncavallos "I Pagliacci" ins Publikum deklamierte. Von wegen das Theater und das Leben wären nicht die gleiche Sache, wie Canio uns anfangs weismachen will. Mit einem saftigen Prolog hatte der ausgezeichnete Ambrogio Maestri als Tonio, Kopf der Komödiantentruppe, das Drama eröffnet, welches Leoncavallo - Komponist und auch Librettist - als Bub persönlich erlebt hat.

Mit Roberto Alagna und Aleksandra Kurzak stand ein auch im echten Leben verbundenes Paar auf der Bühne. Erstmals schlüpften die beiden an der Staatsoper in die Rollen von Canio und Nedda. Sie kokett und quirlig, er mit der für ihn typischen Leidenschaft. Der Szenenbeifall für Alagnas "Vesti la giubba" dauerte gefühlt länger als der Schlussapplaus.

Begonnen hatte der Abend mit Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana", in welcher der Amerikaner Brian Jagde sein Hausdebüt als vor kraftstrotzender Turridu gab. Eva-Maria Westbroek gelang es als Santuzza, ihre Verzweiflung zum Ausdruck zu bringen. Ob Sizilien oder Kalabrien, inmitten von Jean-Pierre Ponnelles schon recht antiquierter Szenerie machte der Chor der Wiener Staatsoper eine sehr gute Figur. Und das großartig spielende Orchester brachte unter Marco Armiliato all die Farben und Emotionen, das Dramatische wie auch das ins sich Ruhe plastisch zur Geltung.