Wien. Wien Modern gehört zu den Hauptleidtragenden des Lockdown im Kulturbereich: Das Festival für Neue Musik wurde erst am Freitag, 30. Oktober, eröffnet und war ursprünglich bis 29. November angesetzt.

Nun haben die Organisatoren im Eiltempo eine Onlineausgabe auf die Beine gestellt, die immerhin über die Hälfte der geplanten Vorhaben umfasst. Teile des Programms werden auf der Internetseite www.wienmodern.at kostenlos veröffentlicht und teilweise über Radio Ö1 zugänglich gemacht.

Nach jetzigem Stand werden zumindest an 24 Abenden 17 Produktionen über Stream veröffentlicht, acht Aufführungen werden zwar auf 2021 verschoben, aber am Veranstaltungstag mit einzelnen Aufnahmen online gewürdigt. Elf geplante Vorhaben, etwa ein Viertel des Programms, wird zur Gänze ins nächste Jahr geschoben, darunter etwa Georg Friedrich Haas‘ "ceremony II", mit dem der Komponist am 28. November das KHM bespielen wollte.

Der avisierte Höhepunkt der heurigen Ausgabe, das Porträtkonzert für Sofia Gubaidulina durch das RSO unter Oksana Lyniv, soll demnach am 6. November ohne Publikum im Musikverein stattfinden, auch die Uraufführung von "Der Zorn Gottes" wird auf diese Weise über die Bühne gehen.

Das Konzert zur Verleihung des Kompositionspreises an Matthias Kranebitter mit Uraufführungen von Johannes Kalitze, Friedrich Cerha und Kranebitter selbst, findet vor leeren Rängen im Konzerthaus statt, Ö1 strahlt es am 23. November aus. Und schließlich kann so auch Klaus Langs Uraufführung "tönendes licht." mit den Wiener Symphonikern am 19. November im Stephansdom stattfinden (Ö1-Sendetermin: 24. November).

Grazer Recreation-Konzerte auf 2021 verschoben

Die Konzerte des Großen Orchesters Recreation sowie die Meerschein-Konzerte aus dem Hause styriarte sind wegen des coronabedingten Aufführungsverbotes von November auf nächstes Jahr verschoben worden. Teilweise wird es - wie bereits im Sommer während der styriarte - ein Video-Angebot geben, hieß es am Dienstag seitens des Veranstalters.

Das Programm "Scheherazade" mit Musik von Nikolai Rimsky-Korsakow unter der Leitung von Mai-Ann Chen wurde von 16. und 17. November 2020 auf 4. und 5. Jänner 2021 verlegt. Die Meerschein-Konzerte hätten am 14. und 15. November mit dem Auftragsprojekt "Telemannia" von Georg Gratzer und Klemens Bittmann starten sollen, hier weicht man auf den 24. und 25. April 2021 aus. Der Saisonstart im Meerscheinschlössl soll nun am 12. und 13. Dezember mit der "Schwedischen Weihnachtsstube" mit Miriam Andersen erfolgen.

Derzeit wird noch an Möglichkeiten gearbeitet, sowohl für Scheherazade-Projekt als auch für "Telemannia" eine Form der Video-Vermittlung zu finden.