Am 7. Dezember soll Österreich schrittweise aus dem Lockdown erwachen - so heißt es jedenfalls. Ob es tatsächlich so kommt und wann die Opernbühnen dann ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen dürfen, liegt aber im Trüben des Ungewissen. Deshalb hat sich Direktor Bogdan Roščić nun für den Fall gerüstet, dass die Staatsoper auch im Dezember kein Publikum empfangen darf. Um die (weiterhin erlaubten) Proben zu einem Ergebnis zu bringen, werden zumindest fünf Aufführungen vor leeren Reihen abgehalten und via ORF übertragen.

Der Auftakt der Reihe ist bereits bekannt und gilt "Mahler, live", einem zweiteiligen Ballett-Abend. ORF2 zeigt die zweite Hälfte der Produktion, eine Uraufführung von Ballettchef Martin Schläpfer, am 8. Dezember, 9.05 Uhr; die gesamte Aufführung wird bereits am 4. Dezember, 20.30 Uhr, von "arte concert" gestreamt und bleibt dort 90 Tage abrufbar. Die nächste Übertragung gilt Jules Massenets Oper "Werther" in der bekannten Regie von Andrei Serban, aber mit dem Wiener Rollendebüt von Piotr Beczała in der Titelrolle und Bertrand de Billy am Dirigentenpult. Der Abend wird am 10. Dezember aufgenommen und am 10. Jänner auf ORF III ausgestrahlt. Auch der folgende Termin ist glamourös besetzt, nämlich mit Anna Netrebko. Der Weltstar mimt am 13. Dezember erstmals die Tosca am Wiener Haus unter der Leitung von De Billy. Ö1 überträgt den unter Normalbedingungen heillos ausverkauften Abend ab 19 Uhr live, ORF III beginnt "live-zeitversetzt" um 20.15 Uhr.

Die geplante Premiere von Hans Werner Henzes "Das verratene Meer" fällt ebenfalls nicht ins Corona-Wasser. Das zeitgenössische Stück muss sich aber mit einem Sendeplatz im Hörfunk bescheiden und wird am 15. Dezember, 19.30 Uhr, auf Ö1 übertragen; die Staatsoper zeigt die Aufführung auf ihrem Streaming-Kanal live und kostenlos am 14. Dezember. Gewissermaßen als Weihnachtsgeschenk macht am 27. Dezember (20.15 Uhr, ORF III) dann noch der "Rosenkavalier" seine Aufwartung, mit Krassimira Stoyanova als Marschallin, Günther Groissböck als Ochs, Dirigent Philippe Jordan und niemand Geringerem als Piotr Beczała in einer Minirolle als "ein Sänger".