Dominque Meyer, Ex-Staatsoperndirektor, hatte als neuer Intendant der Mailänder Scala einen glänzenden Einstand geplant. Dann kam das Virus. Und jetzt muss sich der virtuose Musikmanager mit einer veritablen Krise herumschlagen: Wegen des Lockdowns hat Italiens renommiertestes Opernhaus in diesem Jahr 26 Millionen Euro an Einnahmen durch den Ticketverkauf verloren. Dies berichtete Meyer im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Mittwochausgabe). "Die Unsicherheit ist unser größtes Problem. Wegen dieser Ungewissheit ist die Planung für die Saison sehr schwierig", so Meyer, der im März an die Scala gewechselt ist.

Wann die Scala wieder öffnen kann, ist völlig ungewiss: "Es wird nicht einfach sein, die Zuschauer wieder ins Theater zu bringen, denn die Menschen haben Angst", sagte Meyer, der seit Monaten an dem Programm für die neue Saison arbeitet.

Von vorne beginnen

"Wir haben schon 13 oder 14 verschiedene Programme für die Saison entworfen. Jedes Mal müssen wir die Künstler kontaktieren, Verträge unterzeichnen und von vorne alles beginnen. Wir werden uns zumindest in der ersten Jahreshälfte sehr umsichtig bewegen", betonte Meyer. Am Programm für Herbst 2021 sei wenig geändert worden. "Wir haben nur auf die kostspieligsten Produktionen verzichtet", so Meyer.

Ein von Rai 1 und im Streaming gesendete Galaabend ersetzt die traditionsreiche Eröffnungspremiere am 7. Dezember, bei der Gaetano Donizettis Oper "Lucia di Lammermoor" unter dem Dirigat von Musikdirektor Riccardo Chailly geplant war. Daran werden sich 24 Starsänger, darunter Jonas Kaufmann, Placido Domingo, Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak und Vittorio Grigolo beteiligen. Dabei handelt es sich um Sänger, die schon öfters mit der Scala zusammengearbeitet haben. Österreich ist durch Tenor Andreas Schager vertreten.

Die Scala ist wegen der Corona-Pandemie wie alle anderen Opernhäuser und Theater in Italien seit dem 26. Oktober geschlossen. (apa)