Die Schauspielerin Senta Wengraf, bekannt aus den "Sissi"-Filmen und langjähriges Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt, ist 96-jährig verstorben.

Senta Wengraf, geboren am 10. Mai 1924, war die Tochter eines Versicherungsdirektors. 1946 debütierte sie am Wiener Volkstheater. Weitere Bühnenstationen waren das Burgtheater, das Nationaltheater Mannheim, die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main, das Schauspielhaus Düsseldorf, das Theater in der Josefstadt, die Wiener Kammerspiele und das Salzburger Landestheater.

Als Filmschauspielerin erregte Senta Wengraf 1946, als sie im ersten österreichischen Spielfilm nach dem Zweiten Weltkrieg "Glaube an mich" in der Regie von Géza von Cziffra die Rolle der Gertie spielte. In den "Sissi"-Filmen verkörperte sie Sissis Hofdame Gräfin Bellegarde. In der Folge spielte sie in zahlreichen Streifen mit Partnern wie Marika Rökk ("Das Kind der Donau", 1949), Josef Meinrad ("Mein Freund Leopold", 1950) oder in den "Sissi"-Filmen mit Romy Schneider und O. W. Fischer. Senta Wengraf war auch im Hörfunk tätig. Auch eine Fernseh-Reklame für Kaffee mit lange gerolltem "R" für "röstfrisch" war in aller Munde.

Senta Wengraf war nicht nur als Schauspielerin ein Publikumsliebling, sie war auch aus dem Gesellschaftsleben nicht wegzudenken: In jungen Jahren war sie mit Christoph Herberstein verheiratet. Mit (Alt-)Bundeskanzler Bruno Kreisky hatte sie laut dem Buch "Österreichs First Ladies" (1999) während dessen Ehe mit seiner 1988 verstorbenen Frau Vera ein Verhältnis, das von 1972 bis zu seinem Tod 1990 währte. Senta Wengraf war auch Lebensmensch von Marcel Prawy, dem Dramaturgen der Wiener Staatsoper und bekannt als "Opernführer" im Fernsehen. Prawy starb 2003 und hatte Senta Wengraf seine Sammlung von Musikdokumenten, Handschriften und Noten-Originalen von Richard Strauss bis Leonard Bernstein vermacht. Sie überließ diese der Stadt Wien. (apa/red)