"Wer hätte vor drei Monaten erfürchtet, dass uns die Pandemie heute fester denn je in der Hand hat?", sagt Helga Rabl-Stadler zur Begrüßung. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele gibt sich dennoch hoffnungsfroh für den nächsten Sommer. Zwar schwebt das Damoklesschwert Corona weiter über dem Kulturbetrieb. Nach den verkürzten – und infektionsfreien – Salzburger Festspielwochen 2020 setzt man für 2021 aber wieder ein volles Aufgebot an: Zwischen 17. Juli und 31. August sind 168 Aufführungen an 17 Spielorten vorgesehen, ohne "vorauseilenden Pessimismus", wie es Intendant Markus Hinterhäuser nennt. Aus Coronagründen gelangen gleichwohl vorerst nur zwei Drittel der Tickets in den Verkauf; der Rest folgt, wenn "es die Entwicklung der Pandemie erlaubt", sagt der kaufmännische Leiter Lukas Crepaz. Die Tickets werden personalisiert, die Sitzplätze dynamisch nach einem "erweiterten Schachbrettkonzept" vergeben.

Die erste Premiere gilt am 26. Juli "Don Giovanni": Romeo Castellucci inszeniert im Großen Festspielhaus, Teodor Currentzis dirigiert. Es folgt die Wiederaufnahme der "Elektra" mit Franz Welser-Möst am Pult in der Regie von Krzysztof Warlikowski, zudem wird die "Così" vom Sommer 2020 erneut auf den Spielplan gerückt. Ebenfalls als Übernahme kommt Händels Oratorium "Il Trionfo Del Tempo E Del Disinganno" auf den Spielplan; Robert Carsens Inszenierung soll bei den Pfingstfestspielen 2021 entstehen. Von den Salzburger Osterfestspielen wiederum gelangt die vertraute "Tosca"-Regie von Michael Sturminger, veredelt durch Anna Netrebko in der Titelrolle, ins Programm. Als Neuproduktion ist im nächsten Sommer zudem Luigi Nonos "Intolleranza 1960" geplant, mit Dirigent Ingo Metzmacher und Jan Lauwers in der Regiekanzel. Darüber hinaus sollen Morton Feldmans "Neither" und Hector Berlioz’ "La Damnation de Faust" konzertant erklingen.

Bitte warten heißt es hingegen für "Boris Godunow". Nachdem die Premiere in diesem Sommer der Pandemie zum Opfer gefallen war, hätte sie eigentlich nächstes Jahr stattfinden sollen. Aufgrund von Terminschwierigkeiten der beteiligten Künstler verzögert sich das Projekt jedoch ebenso wie die für 2021 erhoffte Neueinstudierung der "Zauberflöte" in der Regie von Lydia Steier.

Und die Schauspielschiene? Startet gewohntermaßen mit dem "Jedermann", erstmals mit Lars Eidinger in der Titelrolle und Verena Altenberger als Buhlschaft. Es folgen Karin Henkels Shakespeare-Adaption "Richard The Kid & The King" sowie "Das Bergwerk zu Falun" von "Jedermann"-Autor Hugo von Hofmannsthal in einer Deutung von Jossi Wieler. Burgtheater-Chef Martin Kušej inszeniert außerdem "Maria Stuart" auf der Perner-Insel.

Das Who is who im Konzert

Der Konzertreigen vereint erneut alles, was Rang und Namen hat, darunter die Pianisten Daniil Trifonow und Igor Levit, die Dirigenten Riccardo Muti und Kirill Petrenko, und in der glamourösen Reihe Canto Lirico drücken einander die Goldkehlen Joyce DiDonato, Sonya Yoncheva und Juan Diego Flórez die Klinke in die Hand. Daneben werden 2021 gleich zwei Komponisten-Schwerpunkte gesetzt: Neben der Reihe "Zeit mit Feldman" blickt eine zweite Konzertserie "Himmelwärts" und verbringt "Zeit mit Bach". (irr)