Von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus sind alle betroffen, vor allem für freischaffende Künstlerinnen und Künstler kann der Einnahmenentgang existenzbedrohend sein. Da neue Richtlinien für Unterstützungen und Fördermaßnahmen laufend entwickelt und umformuliert werden, kursieren zumal auf den sozialen Medien gern irreführenden Diskussionen. Aktueller Gegenstand der Debatte: Können Künstler den Lockdown-Umsatzersatz in Anspruch nehmen?

Die Antwort ist einfach: Einen Umsatzersatz kann nur beantragen, wer von der aktuellen Schutzmaßnahmenverordnung direkt betroffen ist und in einer Branche tätig ist, die direkt betroffen ist. Das Finanzministerium listet hier etwa Theater, Kinos, Museen und Kulturveranstaltungsbetriebe auf. Nur wer entweder selbst eine umsatzsteuerpflichtige Kultureinrichtung betreibt oder als Veranstaltender unmittelbar betroffen ist, kann um einen Umsatzersatz ansuchen. Freischaffende Künstler sind davon ausgenommen, sie werden vorerst mit einer einmaligen Auszahlung eines Lockdown-Bonus bedacht.

In Diskussion

Kulturvereine, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind - das trifft auf die meisten gemeinnützigen Kulturvereine zu - müssen noch warten. Die Details für die Abgeltung entgangener Einnahmen werden aktuell noch ausgearbeitet. Aus Ministeriumskreisen ist indes zu hören, dass eine Einigung noch in diesem Jahr möglich sein könnte.

Auch die Situation von Soloselbstständigen könnte – nach deutschem Vorbild – noch einmal überarbeitet werden. Im deutschen Modell wird auch bei freien Kunst- und Kulturschaffenden ein fiktiver Unternehmerlohn des durchschnittlichen Umsatzes herangezogen. Eine Umsetzung wird derzeit in den entsprechenden Gremien diskutiert. Der Ausgang der Gespräche ist offen.