Ein Konzern wie Red Bull, der weltweit Milliarden an Energydrinks absetzt, genießt im KMU-Land Österreich Ausnahmestatus. Ein Spezialfall ist auch der Konzern-Chef und Milliardär Dietrich Mateschitz, 76, der sich immer wieder zu rechtspopulistischen Äußerungen hinreißen lässt.

Keine Frage, Red Bull liefert nicht nur Wirtschaftsjournalisten reichlich Stoff. Das Investigativ-Medium "Dossier" widmet nun seine jüngste Ausgabe den Widersprüchen des Konzerns. Die journalistischen Recherchen liefern wiederum die Vorlage für den Theaterabend "Recherche Show", der nun im Rahmen der Reihe "Volkstheater in den Bezirken" vorerst nur als Zoom-Stream zu sehen ist.

Die Theaterformation Kreation Kollektiv setzt in der Regie von Ed. Hauswirth ganz auf das Talkshow-Format. Pia Hierzegger führt als Moderatorin durch den Abend, auf der Fernsehcouch nehmen Platz: der Mateschitz-Fan Rupert Michael (Rupert Lehofer), die Kontrahentin Julia Franz (Julia Franz Richter) und die Dichterin Martina Walter (Martina Zinner). Für den Fakten-Check sorgen Zoom-Schaltungen zu "Dossier"-Journalist Florian Skrabal. Das Online-Publikum wird wiederholt zu recht sinnlosen Abstimmungen angehalten ("Trinken Sie Red Bull?").

"Recherche-Show" gewährt auf ironisch-überzogene Weise wenig überraschende Einblicke in die dunkle Seite der Konzernwelt (Steuerparadies! Lobbyismus! Männerbünde!). Am spannendsten war der Exkurs in das konzerneigene Medienunternehmen "Servus TV" und dessen bedenklich rechtspopulistische Positionierung.