Der Wiener Stadtrechnungshof hat das Werk X-Petersplatz bzw. dessen Gebarung in den Jahren 2017 bis 2019 unter die Lupe genommen. Dabei gewannen die Prüferinnen und Prüfer einen "insgesamt positiven Eindruck". Allerdings fiel ihnen der "hohe Zuschussbedarf" pro Besucherin und Besucher auf. Demnach erhielt die Theaterspielstätte je Gast im Durchschnitt rund 289 Euro an öffentlichen Subventionen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Damit zeige der Zuschussbedarf für die Theater Petersplatz GmbH - sie betreibt das Haus - "im Rahmen der vom Stadtrechnungshof Wien als Vergleichsgrundlage herangezogenen Gesamtheit der Kennzahlen der geprüften Einrichtungen den bisherigen Maximalwert", wie es in dem gut 50-seitigen Prüfbericht heißt. Positiv angemerkt wird allerdings, "dass sich die Kennzahl im Jahr 2019 bereits signifikant verbesserte". In diesem Jahr lag die errechnete Fördersumme pro Besucherin und Besucher bei 144 Euro. 2017 waren es fast 339 Euro, 2018 gar 385 Euro. Die durchschnittlichen Karteneinnahmen pro Person lagen im Schnitt bei rund 14 Euro.

Der Stadt-RH weist allerdings - auch in Bezug auf andere Kennzahlen - darauf hin, dass die einzelnen Jahre nur bedingt miteinander verglichen werden können. Denn in den Prüfungszeitraum fiel die künstlerische Neuausrichtung des Werk X-Petersplatz. Es wurde 2018 zu einem Kooperationshaus für die freie Szene umgewandelt.

Eigendeckunsgrad minimal

Einen "sehr geringen Wert" im Vergleich zu anderen Theaterbetrieben ortet der Bericht hinsichtlich des Eigendeckungsgrads. Er betrug über die drei Betrachtungsjahre durchschnittlich 17 Prozent - allerdings mit zuletzt positiver Tendenz. Die absoluten Besucherzahlen wiesen eine steigende Tendenz von 3.174 (2017) auf 3.864 (2019) auf. Der Einbruch im Jahr 2018 auf 1.395 wird mit der bereits erwähnten Neukonzeptionierung und der damit verbundenen "weitgehend spielfreien Phase im ersten Halbjahr 2018" erklärt.

Lob gab es für die Höhe des Personalaufwands, der 28,9 Prozent der Gesamtausgaben ausmachte - laut Stadt-RH ein unterdurchschnittlicher Wert gegenüber vergleichbaren Theatern. Kritisch wurde allerdings der lockere Umgang mit Freikarten beäugt, die im Schnitt 10,5 Prozent aller vergebenen Tickets und damit deutlich mehr als der empfohlene Richtwert von maximal fünf Prozent ausmachten.

Ausdrücklich hingewiesen wird im Bericht darauf, dass die angeführten Kennzahlen rein unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet worden seien und nicht als Bewertung der künstlerischen Tätigkeit bzw. des künstlerischen Erfolgs des Werk X-Petersplatzes zu verstehen seien. Nichtsdestotrotz empfahl der Stadtrechnungshof sowohl dem Theater Petersplatz GmbH als auch der Wiener Kulturabteilung (MA 7) als Fördergeberin, insbesondere mit Blick auf die hohen Zuschüsse pro Gast, "zumindest konkrete Qualitätsgespräche" aufzunehmen, wenn bei bestimmten Kennzahlen "festzulegende kritische Grenzwerte" erreicht werden. In den im Bericht bereits enthaltenen Stellungnahmen sagten beide Adressaten zu, dem nachkommen zu wollen, wobei das Werk X gleichzeitig auf die positive Entwicklung 2019 verwies.

Außerdem riet der Stadt-RH zur Reduktion des Freikartenanteils. Die Vergabe von Freikarten erfolge nach Prinzipien der Sparsamkeit, aber auch des Marketings, und werde laufend evaluiert, erwiderte der Theaterbetreiber: "Weitere Maßnahmen, um den Freikartenanteil wie angeregt zu reduzieren, sollen künftig ebenso evaluiert und entsprechend umgesetzt werden."