Nachdem Serge Dorny, Opernintendant in Lyon, sein traditionelles Festival zur aktuellen Jahreszeit coronabedingt nicht in der gewohnten Form abhalten kann, ist es kurzerhand in den virtuellen Raum verlegt worden. So kommen heuer Opernliebhaberinnen und -liebhaber weltweit in den Genuss des Festes unter dem Titel "Freie Frauen".

In dessen Zentrum stehen Werke mit legendären Frauenfiguren sowie eine breitgefächerte Annäherung an die Themen Männlichkeit und Weiblichkeit im Jahr 2021. Bis Freitag (26. März) bildet eine Werktrias dabei den Nukleus der Feiern, die aber traditionell auch ein weiter gefasstes Programm umfassen. Den Auftakt macht am Mittwoch die La Fura dels Baus-Inszenierung von Paul Dukas' "Ariane et Barbe-Bleue", die ab 19.30 Uhr kostenlos abrufbar ist (www.opera-lyon.com) und ab April auf Arte Concert angeboten wird.

Am Donnerstag folgt dann "Mélisande" nach Maeterlincks Theaterstück "Pelléas et Mélisande", wobei hier Richard Brunel für die Regie verantwortlich zeichnet. Den Abschluss markiert am Freitag Béla Bartóks Klassiker "Herzog Blaubarts Burg", den der Ukrainer Andriy Zholdak gestaltet. Hinzu kommen über die Woche verteilte Veranstaltungen wie ein Klavier-Vortrag über die vergessenen weiblichen Musikschaffenden des 19. Jahrhunderts unter dem Titel "Die, die keiner hörte", über weibliche Stimmen, die Kreativität der Frauen sowie ein Podcast über die moderne Männlichkeit. (apa)