Die Salzkammergut Festwochen Gmunden von 3. Juli bis 15. August starten heuer trotz Corona optimistisch in den Sommer. Man hofft auf bis zu 10.000 Besucher. Neu an Bord ist die in einer Pressekonferenz am Freitag präsentierte ehemalige Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann, die sich ab 2022 um den Theaterbereich kümmern wird. Heuer steht Thomas Bernhard im Fokus – unter anderem mit Lesungen von Klaus Maria Brandauer und Claus Peymann sowie einer Landestheater-Produktion.

Karin Bergmann wird ab Sommer 2022 für die Programmierung "Literatur und Theater" des Mehrspartenfestivals zuständig sein. Heuer zeichnet sie nur für einen Abend unter dem Titel "Es gibt keinen größeren Unsinn als jungen Künstlern zu helfen" - ein Zitat aus Thomas Bernhards "Ritter, Dene, Voss" - verantwortlich. Bei dieser Veranstaltung mit Lesung und Gespräch zu Thomas Bernhard sind unter anderem Michael Maertens, Franz-Xaver Mayr und Marie-Luise Stockinger vertreten.

Moderne Klassiker im Zentrum

Nächstes Jahr soll Bergmann dann größer einsteigen. Sie will als Zuständige für die Theaterprogrammierung Klassiker der österreichischen Moderne und zeitgenössische Autoren in den Fokus stellen. Zudem schweben ihr neue Formate - "ich will ein Late-Night-Format erfinden" - vor. Sie habe auch "ganz schöne Ideen für partizipative Projekte" bei der Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 - "Ideen, die sich stark mit Erinnerungskultur beschäftigen". Sie hofft hier auf Gespräche.

Einer von Bergmanns Vorgängern an der Burg ist am 7. August zu Gast: Claus Peymann liest "Holzfällen. Eine Erregung" von Thomas Bernhard. Weitere Bernhard-Lesungen bestreiten am 31. Juli Birgit Minichmayr, Christoph Luser und Clara Wolfram ("Am Ziel"), am 3. August Hermann Beil mit "Wittgensteins Neffe", am 10. August Martin Schwab (Der Untergeher") und am 13. August Klaus Maria Brandauer mit "Minetti". Das Linzer Landestheater zeigt ab 17. Juli Thomas Bernhards "Die Macht der Gewohnheit" unter der Regie von Tanja Regele im Stadttheater Gmunden.

Auch wenn das Festival bereits am 3. Juli beginnt, so erfolgt die offizielle Eröffnung erst am 8. Juli mit dem Konzert des Wiener KammerOrchesters & The Wave Quartet unter Jōji Hattori im Toscana Congress Gmunden. Bereits davor spielt das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner am 4. Juli unter dem Titel "Wahrhaft himmlisch" ein großes Open-Air-Konzert im Toscana Park, stimmlich unterstützt von Rolando Villazón und Regula Mühlemann, das live im Fernsehen übertragen wird.

Die kaufmännische Geschäftsführerin Johanna Mitterbauer rechnet heuer mit einem Budget von 800.000 Euro und mit 10.000 Besuchern - vorausgesetzt, dass es entsprechende Lockerungen gibt. Hier ist man beim Festival aber optimistisch. Wenn es eine Testpflicht gebe, "müssen wir uns darauf einstellen", sagt der künstlerische Geschäftsführer Christian Hieke. Derzeit werden pro Veranstaltung bis zu 250 Karten verkauft, wenn die Vorgaben mehr erlauben, will man aufstocken. (apa)