Um endlich wieder vor Publikum spielen zu können, nehmen drei steirische Künstler und ein Kulturmanager für Auftritte in Bludenz und Dornbirn einen weiten Fußweg in Kauf. Sie wandern derzeit die rund 550 Kilometer von Graz nach Vorarlberg, um auf die Situation der Kulturschaffenden in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Bei ihrem Einmarsch in Bludenz werden sie von Vorarlberger Kunstschaffenden empfangen, die die Aktion unterstützen, informierte die Stadt Bludenz am Freitag.

Gestartet sind die Kabarettisten Martin Kosch und Michael Großschädl, der Zauberkünstler Paul Sommersguter und Kulturmanager Andi Peichl am 1. April. Am 22. April werden die drei Künstler für ein gemeinsames Programm in der "Remise Bludenz" auf der Bühne stehen, tags darauf dann in der "wirtschaft" in Dornbirn. Die Expedition "Der lange Weg zur Bühne" führt die vier Weggefährten von Graz aus unter Einhaltung der Covid-19-Maßnahmen, darunter regelmäßigen Tests, über viele geschlossene Kulturzentren. Genächtigt wird in Einzelzimmern in Beherbergungsbetrieben, die Geschäftsreisende aufnehmen dürfen.

Aufwärmen mit Gulaschsuppe

Unterwegs trafen und treffen die von Sympathisanten unterstützten Künstler auf andere Kunstschaffende, etwa Felix Mitterer, bei dem sich die Truppe mit Gulaschsuppe aufwärmte. Geplant ist, nach etwa 20 Tagen in Vorarlberg anzukommen, am Donnerstag schaffte es die Gruppe bis nach Wattens (Tirol). Tagesberichte und Live-Einstiege gibt es über die Homepage des Projekts (https://derlangeweg.at), auch über Facebook und Instagram. Man wolle mit der Aktion "auf die aktuelle Situation der Kulturbranche aufmerksam machen, ohne auf jemanden mit dem Finger zu zeigen oder Corona zu leugnen", begründeten die Künstler ihre Aktion.

Diese Idee fand am ersten Zielort der Gruppe, der Vorarlberger Stadt Bludenz, viel Anklang. Es habe sich in den vorigen Wochen gezeigt, dass Vorarlberg als Modellregion für Öffnungsschritte im Kulturbereich positive Resonanz erhalte. Unter Einhaltung der Maßnahmen sei vieles möglich, so der Bludenzer Kulturstadtrat Cenk Dogan in einer Aussendung der Stadt. (apa)