Der Autor und Philosoph Julian Nida-Rümelin wird am 25. Juli mit einer Rede die Salzburger Festspiele eröffnen, die nach ihrer verkürzten Ausgabe im Vorjahr auch heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum zelebrieren. Dafür sei Julian Nida-Rümelin der "ideale Festredner", sagt Intendant Markus Hinterhäuser: "Er ist einer der herausragenden Intellektuellen unserer Zeit. Seine Weltsicht wurzelt in den Ideen der Aufklärung und dem europäischen Erbe."

"Der moderne Mensch kann nicht ohne Utopie leben, andererseits wird er durch den Utopismus gefährdet. Ein pragmatischer Humanismus ist die Alternative in unübersichtlichen Zeiten", ist Julian Nida-Rümelin überzeugt, der in seiner Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele über "Eine humanistische Utopie" sprechen wird. "Zum einen spielte schon bei der Gründung der Salzburger Festspiele die Utopie des Friedens eine Rolle, zum anderen stellt sich inmitten einer der großen Menschheitskrisen die Frage nach einer besseren Welt besonders dringlich."

Professor und Ex-Minister

Nida-Rümelin,1954 in München geboren, studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen. Nach Professuren in den USA, Tübingen und Göttingen lehrt er seit 2009 Philosophie und politische Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München: Ethik, Rationalitätstheorie, politische Philosophie und Kulturtheorie bilden seine Schwerpunkte. Von 1998 bis 2002 war Julian Nida-Rümelin in der Kulturpolitik tätig, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München. 2001 wurde er Kulturstaatsminister in der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, die er zum Ende der ersten Amtsperiode der rot-grünen Koalition im Jahr darauf verließ.

"Wir freuen uns sehr, dass Julian Nida-Rümelin die Rede zur Eröffnung der Festspiele halten und damit den richtigen Ton vorgeben wird. Sein Titel ‚Eine humanistische Utopie passt in jedem Sinne zu den Salzburger Festspielen", sagt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. (ag)