Im Steinbruch in St. Margarethen feiert am 14. Juli im zweiten Anlauf Giacomo Puccinis "Turandot" Premiere. Nach der Corona-bedingten Absage im Vorjahr sind bei der Oper im Steinbruch heuer bis 21. August 16 Vorstellungen geplant. Das Team sei optimistisch und die Sehnsucht groß, nachdem "man seit einem Jahr in den Startlöchern harrt", wie der künstlerische Direktor Daniel Serafin am Dienstag bei einer Pressekonferenz sagte.

Die Geschichte der chinesischen Prinzessin Turandot, die ihre Heiratskandidaten töten lässt, sobald diese bei einer von drei Rätselfragen versagt haben, wird vor einem opulenten Bühnenbild erzählt. Neben dem Palast der Prinzessin werde es ein zwölf Meter langes Boot, einen "Puzzle Stone" als Haus des Kaisers und acht Projektionen geben. Herauskommen soll ein "Game of Thrones-Spektakel", sagte Serafin. Die Geschichte wird auf einer 7.000 Quadratmeter großen Bühne erzählt - in 150 handgefertigten Kostümen, die teilweise 15 bis 20 Kilo schwer sind. Jede Rolle ist dreifach besetzt, zur Sicherheit in der Coronakrise, sagte der künstlerische Direktor.

Aufgrund der Pandemie wurden mehrere Sicherheitskonzepte ausgearbeitet, die verschiedene Szenarien bedienen. Man wisse noch nicht genau, welche Vorgaben im Sommer gelten werden, erklärte Karl Wessely, Geschäftsführer des Veranstalters Arenaria. Unklar sei etwa, wo die Gäste Maske tragen müssen und wie die Gastronomie abgewickelt werden kann.

Hoffen auf mehr Publikumskapazität

Außerdem hoffe man, dass im Juli doch mehr Besucher als derzeit zugelassen auf das Gelände dürfen. Momentan seien 3.000 Gäste und eine Auslastung von 50 Prozent erlaubt. "Das Ansteckungsrisiko ist outdoor um ein Vielfaches geringer als indoor. Wir hoffen schon, dass outdoor bis Juli adäquat behandelt wird und nicht gleich wie indoor", betonte Wessely. Auf einer Fläche von insgesamt acht Hektar sollte der Abstand ebenso wie Sicherheit und Gesundheit gesichert sein, meinte Serafin. Im besten Fall könne man alle Plätze auch tatsächlich besetzen, im schlechtesten "kommen irgendwelche Mutanten auf uns zu und die Kultur liegt wieder brach", sagte Wessely.

Das Team ist mit Regisseur Thaddeus Strassberger und Bühnenbildner Paul Tate de Poo dasselbe wie im Vorjahr. Die Proben sollen am 31. Mai beginnen. Erstmals wird es heuer auch Weinflaschen mit einer Kostümskizze auf dem Etikett geben - ein Sujet der Prinzessin Turandot von Kostümbildner Giuseppe Palella. Karten sind auf der Homepage des Veranstalters erhältlich. (apa)