Nach sieben Monaten Corona-Zwangspause öffnet das Hamburger Schauspielhaus am 5. Juni mit der Uraufführung eines Stücks von Elfriede Jelinek (74) zur Corona-Krise. Die Inszenierung des Werks "Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!" der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin übernimmt Intendantin Karin Beier. Im Herbst inszeniert Frank Castorf das Werk als österreichische Erstaufführung im Wiener Akademietheater.

In ihrem Stück überblende die Autorin "eine der berühmtesten Orgien der antiken Literatur, das Gelage bei der Zauberin Kirke, die Odysseus' Gefährten in Schweine verwandelt, mit der enthemmten, zügellosen Welt der Superspreader von Ischgl, die das Coronavirus in ganz Europa verbreiteten", gab die Hamburger Bühne bekannt.

Zuvor kann Christoph Marthalers ursprünglich für Dezember 2020 geplante Uraufführung von "Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten", eine Hölderlin-Betrachtung übergehend in Musik von Carl Friedrich Abel, Johann Sebastian Bach und vielen anderen, am 29. Mai im Malersaal vor einem kleinen Publikum gezeigt werden. Außerdem ist für den 1. Juni die Premiere des ersten Teils der Produktion "Ecco Homo oder: Ich erwarte die Ankunft des Teufels" mit Samuel Weiss in der Regie von Max Pross im RangFoyer geplant.

Ein umfassendes Präventionskonzept sieht neben Abstandsregeln und Kontaktverfolgung auch eine Maskenpflicht im gesamten Haus sowie die Vorlage eines negativen Schnelltests vor. (apa)