Wen die Steuererklärung vor freudiger Erregung kurzatmig macht, das kann nur eine Finanzbeamtin sein. Das Stück "Der Fiskus" der Deutschen Felicia Zeller wagt den undankbaren Versuch, diese Begeisterung auf zuschauende Steuerzahler zu übertragen. Die vier Damen, die im baustellenverstaubten Büro auf Uraltcomputern herumklappern, finden die Finanzverwaltung jedenfalls superspannend. Der einzige Mann (Bardo Böhlefeld) könnte auch etwas zahlenferne Romantik vertragen, dient aber selbst seiner Kollegin/Ehefrau (Deleila Piasko) nur als Steuertrickkumpane. Vintage-Lockenköpfe tragen alle, das ist lustig und will es auch sein.

Der Komödienzwang, der sich durch manisches, choreografisch unterstrichenes Wiederholen von Textstellen ausdrückt ("Ich habe mein ganzes Leben der Steuergerechtigkeit gewidmet!"), macht die österreichische Erstaufführung durch Regisseurin Anita Vulesica im Burgtheater-Kasino etwas anstrengend. Dagegen hilft auch nicht, dass inmitten der angehäuften Fiskalpoesie kaum Platz für Handlung bleibt.

Wie sich die Schauspielerinnen in hochkarätige Schmiere hineinsteigern, bereitet dennoch Freude: Dorothee Hartinger gibt die neue Chefin, die am liebsten bei allen Anträgen die Durchwinktaste drückt, Stefanie Dvorak die Außendienstmitarbeiterin, die sich daran aufgeilt, falsch ausgewiesene Arbeitszimmer aufzudecken. Vor allen brilliert Sabine Haupt als verbissene Streberin auf den Fersen der großen Konzerne. Und wer aufpasst, nimmt vielleicht den einen oder anderen Tipp zur legalen Steuerersparnis mit.