Die italienische Balletttänzerin Carla Fracci ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben. Die gebürtige Mailänderin und langjährige Primaballerina an der Mailänder Scala erlag einem Tumor, teilte ihre Familie mit. Sie zähltezu den erfahrensten und anerkanntesten Interpretinnen romantischer Ballette. Ihr Sarg soll im Foyer der Scala aufgebahrt werden, teilte ihr Sohn Francesco Menegatti mit.

Carla Fracci studierte von 1946 bis 1954 an der Ballettschule der Mailänder Scala. Sie wurde an der Scala zunächst als Solistin engagiert, ab 1958 tanzte sie dort als Primaballerina. Bis heute ist Fracci für ihre Darstellung in den klassischen romantischen Balletten wie beispielsweise Giselle, Les Sylphides und Schwanensee berühmt. Sie tanzte mit vielen berühmten Partnern, darunter Rudolf Nurejev, Vladimir Vasiliev und Mikhail Baryshnikow.

Besonders bekannt ist ihre Verkörperung der Giselle mit Erik Bruhn als Partner in der gleichnamigen Ballettverfilmung. Sie wirkte in mehreren Film- und Fernsehproduktionen in Italien mit. Nach ihrer aktiven Laufbahn war sie von 1990 bis 1991 Direktorin des Balletts Neapel, von 1995 bis 1997 Ballettchefin in Verona. Fracci war seit 1964 mit dem Filmregisseur Beppe Menegatti verheiratet, das Paar hat einen Sohn. (apa)