"Das Dschungelbuch", vielleicht der beliebteste Disney-Zeichentrickfilm, kam vor mehr als 50 Jahren in die Kinos. Der Filmhit bürstete die düsteren Anteile der literarischen Vorlage von Rudyard Kipling aus dem Jahr 1894 in Richtung Heiterkeit. Für den nachhaltigen Filmerfolg rund um das Findelkind Mogli, das bei den Tieren im Dschungel aufwächst, ist vor allem die Wohlfühlmusik verantwortlich, die augenblicklich gute Laune verbreitet.

Erwartungsgemäß stellt sich diese auch bei der halbszenischen Umsetzung in der Wiener Volksoper ein: Praktisch jedes Lied, von Dirigent Lorenz C. Aichner bestens einstudiert, wird mit Szenenapplaus bedankt. Florian Hurlers kurzweilige Regie schnurrt inklusive dezenter Tanzeinlagen reibungslos ab. Ausstattung und Kostüme sind, dem halbszenischen Arrangement folgend, schlicht, aber stimmig gehalten.

Zurück ins Theater

Christian Graf führt im schwarz-glänzenden Anzug als Panther Baghira elegant durch die einstündige Familien-Matinée. Sopranistin Juliette Khalil beweist als Mogli Entertainmentqualitäten und Maximilian Klakow ist als Bär Balu erklärter Publikumsliebling. Das Duett "Probiers’ mal mit Gemütlichkeit" (Bare Necessities), der bekannteste Song aus dem Film, gerät auch an der Volksoper verlässlich zum Höhepunkt.

Nach der coronabedingten Bühnenpause ist so eine kurzweilige und luftige Aufführung wie "Das Dschungelbuch" genau der richtige Wiedereinstieg ins Theaterleben. Mehr davon!