Angriff der Marsianer auf das Theater im Zentrum! Die Innenstadt-Dependance des Theaters der Jugend hat H. G. Wells Sci-Fi-Klassiker "Krieg der Welten" (1898) auf den Spielplan gesetzt. Der Roman, eine Satire auf die britische Kolonialpolitik, handelt davon, dass das irdische Militär außerirdischen Invasoren hoffnungslos unterlegen ist.

"Krieg der Welten" als Gegenwartsdrama. - © Rita Newman
"Krieg der Welten" als Gegenwartsdrama. - © Rita Newman

Der britische Regisseur Jethro Compton, seit einigen Jahren Fixstarter im Theater der Jugend, hat die Vorlage bearbeitet und gegenwartstauglich gemacht: In Comptons Fassung landen die Marsianer in naher Zukunft in Wien Landstraße, sie wollen die Erde indes nicht ausbeuten, sondern vielmehr vor der Gier der Menschheit bewahren.

An die Stelle des Icherzählers rücken drei Freundinnen (Soffi Povo, Johanna Hainz und Maria Astl), die inmitten der Apokalypse zusammenhalten. Comptons Fassung weist über den Roman hinaus: Eine der Figuren ist aus dem syrischen Kriegsgebiet geflohen, ihre Fluchterfahrungen werden gekonnt mit der Romanhandlung verwoben.

Bühnenabenteuer

Im zurückgenommenen Bühnenbild von Diana Zimmermann stellt sich die bedrohliche Atmosphäre vor allem durch dramatische Lichtstimmungen und hollywoodtaugliche Bühnenmusik von Jonny Sims ein, die Kostüme von Andrea Bernd verorten die sechs Darsteller in der Gegenwart. Regisseur Compton versteht es, das Ensemble kompakt durch das zweistündige Bühnenabenteuer zu lotsen. Chapeau.