Dingdong, dingdong, wer steht da vor der Tür? Es ist Frau Klabusnik von der Partei für die "Anständigen" (resch: Regina Schörg) und begehrt Einlass beim Türkenfriseur Berber (sanftmütig: Aykut Kayacık). Der soll Platz machen für die Shoppingmall eines Investors, der Klabusnik seit einem Jagdunfall erpresst. Dingdong!, macht’s im Laufe der 110 Minuten noch oft auf der Freiluftbühne im Museumsquartier. Klabusniks Protestsängersohn und die Friseurtochter avancieren - zum elterlichen Schreck - allmählich zu einem Romeo-und-Julia-Gespann, das nicht zuletzt die Papierehepläne eines Dandytürken durchkreuzt, während der Kieberer aus dem Grätzel wahlweise grollt oder Heino singt: halli, hallo!

Korrektheitsklamauk

Autor Antonio Fian arbeitet der Völkerverständigung hier sichtlich nicht mit dem Moralzeigefinger zu, sondern per Schenkelklopfer. Im Gegensatz zu einschlägigen Filmen mit Tendenz zur unkorrekten Pointe ("Leg dich nicht mit Zohan an") schwelgt "Kismet und Masen" aber vor allem in einem operettigen Ulk. Spaßig zwar, wenn sich das Liebespaar als "das Beste aus zwei Welten" brüstet, und unerwartet, dass die Jungtürkin Wagner-Sopran-Pläne wälzt. Wenn die "schwarzbraune Haselnuss" aber zum xten Mal als "Haselmaus" verballhornt wird und ein Leintuchgeist über die Bühne jagt (Regie: Michael Scheidl), wähnt man sich doch im Kellertheater gestrandet. Dazu irrlichtert das Song-Aufgebot (Heinz Ditsch) zwischen Schlager, Pop-Hadern und eiernden Arienadaptionen, und leider: Über das Gesangstalent der Schauspieler (Ausnahme: Stefan Bleiberschnig) muss man eine ganze Mantelabteilung des Schweigens breiten. Das Premierenpublikum jubelte gleichwohl unverdrossen.