Um "Mütter", wie der Titel der jüngsten Produktion des 2013 von Isabella Jeschke, Gerald Walsberger und Sebastian Spielvogel gegründeten E3 Ensembles vermuten lässt, geht es nicht wirklich. Der Kern, um den die Darsteller (Jeschke, Walsberger und Michaela Schausberger), begleitet von drei auch szenisch eingesetzten Bläsern, beständig kreisen, hat vor allem einen Namen: "Heimat": vom Aufwachsen auf dem elterlichen Bauernhof in der Südsteiermark, bis die Mutter einen von dort verstößt, schließlich "Mutter Erde", die in Plastikbeuteln über ein auf den Boden geschleudertes Pflänzchen geschüttet wird - ob Rhodo- oder Philodendron wird später noch heftig diskutiert -, bis hin zu skurril-emotionalen Debatten über Herkunft, Sprache und ethnische Zugehörigkeit.

Der musikalisch-choreografisch verdichtete, vorwiegend aus Monologen geflochtene Reigen greift dabei einige "ewige" Fragen auf, zu denen hier auch das Internet gezählt wird.

Zwischen Slapstick, Commedia dell’arte und Daniil Charms changierend, tänzelt "Mutter" dabei beständig um das bis zur finalen Zerstörung zentrale Moment des Abends: das hilflose Grünzeug, ehe es im starken Finalmonolog Jeschkes über die Großmutter dann doch auch dran glauben muss. Die auf persönlichen Geschichten aufbauende Inszenierung kommt trotz ihrer konsequent tänzelnden Drehbewegungen und interessanter gedanklicher Ansätze über weite Strecken letztlich nicht vom Fleck.