Nach einem knapp halbstündigen Spaziergang durch den idyllischen Park von Schloss Laxenburg (in dem man auf dem See auch Boot fahren kann) erreicht man die Franzensburg - oder in diesem Fall eher den Weltraumbahnhof Laxenburg, wo die erste österreichische Allmission ready to take off ist. An Bord: Kapitän Alois Nehoda (Olivier Lendl) und seine Crew, die gemeinsam mit dem Minister für Weltraumtourismus (Adi Hirschal) den Zwergspitz Fifi als österreichischen Kandidaten zum Casting von "Das Universum sucht den Superstar 2121" auf Deichmann 2 bringen sollen. Und spätestens, wenn das Raumschiff im Innenhof der Franzensburg abhebt, ist es mit der Idylle vorbei.

Denn der Weltraumtrip von Intendant Adi Hirschal und seinem Ensemble, das in die Fußstapfen des bisher einzigen Austronauten Franz Viehböck tritt, gemahnt an Mel Brooks’ Filmklassiker "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff". Wir erleben eine typisch österreichische Crew, die sich typisch österreichisch benimmt. Alle wurden im Distance Learning ausgebildet, und die geballte Inkompetenz lässt den Minister rasch verzweifeln. Der Kapitän war bisher Straßenbahnfahrer, die Kommunikationsoffizierin (Susanne Gschwendnter) kommt aus der Funktaxizentrale, die Bordservice-Verantwortliche (Eva Maria Frank) kann wenigstens Würstel warm machen; nur der wie-auch-immer-sexuelle Hundeaufpasser (Christian Deix) ist tatsächlich staatlich geprüft.

Minister (Adi Hirschal) und Kapitän (Olivier Lendl) sind schon beim Start leicht verzweifelt. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen noch viel Schlimmeres bevorsteht. - © Markus Spitzauer
Minister (Adi Hirschal) und Kapitän (Olivier Lendl) sind schon beim Start leicht verzweifelt. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen noch viel Schlimmeres bevorsteht. - © Markus Spitzauer

Eine Katastrophe jagt die andere

Kein Wunder, dass bald eine heftige Auseinandersetzung darüber entbrennt, ob sie denn überhaupt heil auf dem Casting-Planeten ankommen werden - bis plötzlich eine Putzfrau (Pia Baresch) auf der Kommandobrücke auftaucht, die beim Start auf dem Klo zugange war und einfach vergessen wurde. An der Katastrophe, die dann passiert, ist sie aber nicht schuld. Plötzlich sind wir mitten in einem Weltraumkrimi, in dem jeder und jede verdächtig ist. Aber Schuldzuweisungen helfen nichts, eine Lösung muss her - und die ist (erraten!) typisch österreichisch.

Kaum ist die gefunden, kommt schon die nächste Wendung, und plötzlich steht die Crew vor der größten aller Fragen: Was ist ein Leben wert? Aber es bleibt nicht viel Zeit, sich tiefer damit zu beschäftigen, weil schon das nächste Unglück passiert.

Gesang und Tanz

Pleiten, Pech und Pannen dominieren dieses intergalaktische Kammerspiel aus der Feder von Christian Deix und Olivier Lendl, in dem sie insbesondere Adi Hirschal und sich selbst Rollen auf den Leib geschrieben haben, die zum Brüllen sind. In die eineinhalb Stunden Spielzeit (ohne Pause) packen sie Pointe über Pointe, nehmen dabei Gender- und Intersexualitätsdebatten, Xenophobie und Integration – der Bordcomputer-Android Alexa (Thomas Mahn) ist Deutscher, die Putzfrau Slowakin –, Castingshows, Corona und Künstliche Intelligenz aufs Korn. Das Ganze mit vielen Gesangseinlagen (Klassiker mit neuen Texten), bei denen das Ensemble zeigt, dass es nicht nur komödiantisches Talent hat, sondern auch tanzen kann.

Und während "Star Trek" auf "DSDS" und Mel Brooks trifft, bangt man bis zum Schluss bangt man mit den Chaos-Austronauten mit: Wie wird das nur ausgehen? Und was tun die beiden Autoren der Crew noch alles an? Nun, es ist einiges, so viel kann verraten werden. Und dass auch das Ende ein typisch österreichisches ist. Olivier Lendl und Christian Deix greifen tief in die Klischeekiste. Das ist manchmel ziemlich peinlich - und ungeheuer lustig.•