Seit 2007 sammelt das Kollektiv "Encyclopédie de la parole" Audio-Aufnahmen aus der ganzen Welt. Im Fokus steht das gesprochene Wort: Dialoge zwischen Kindern, Gebete, Séancen, Pressekonferenzen, Orchesterproben - ein Kosmos an Gesprächssituationen. Eine Auswahl daraus hat der Regisseur Joris Lacoste in fünf Akte geteilt, womit er formal auf das klassische Theater verweist.

Die deutsche Übersetzung der Texte wird in verschiedenen Typografien auf transparente Stoffbahnen auf der Bühne des nach wie vor reizvollen Jugendstiltheaters in Steinhof projiziert, aufgepeppt mit Theaternebel und wechselnden Lichtstimmungen. Die Wortbilder werden zu Platzhaltern für die sprechenden Personen. Das siebenköpfige belgische Ictus Ensemble live vor Ort.

Eindrücke sammeln

Zur instrumentalen Komposition von Pierre-Yves Macé läuft parallel eine elektroakustische von Sébastien Roux. Beide Werke schaffen durch eine Stilcollage von Improvisation, Avantgarde und Pop Atmosphären, die manchmal die Wirkung der Texte unterstreichen, aber nicht auf sie reagieren. Die unterschiedlichen Sprachen werden zu Klangereignissen.

Die stärksten Momente dieses inszenierten Konzerts waren, als zum Schluss der Raum bespielt wird und die Musiker sich auf den Treppen der Publikumstribüne verteilen. "Suite no4" lässt Geschichten und Bilder entstehen, basierend auf persönlichen Erfahrungen. Die vielen Eindrücke aus unterschiedlichen Lebenswelten zeichnen ein etwas unbefriedigendes Bild unserer Welt.