Wir machen nicht alles gut, aber wir machen verdammt viel gut": Selbstbewusst präsentiert Josefstadt-Intendant Herbert Föttinger seine Vorhaben für die kommende Spielzeit. In der Saison 2021/
2022 feiert der 59-Jährige sein 15-jähriges Jubiläum an der Spitze der Traditionsbühne. Bis 2026 wird er die Geschicke des Hauses lenken. "Danach ist Schluss. 20 Jahre sind genug." Das Motto für die kommenden fünf Jahre sei "Empört euch", so Föttinger. "Theater soll der Stachel im Fleisch der Mächtigen sein."

Der kommende Spielplan bringt drei Uraufführungen und drei deutschsprachige Erstaufführungen. Ein Glanzstück dürfte die Erstaufführung von Tom Stoppards "Leopoldstadt" (Premiere: 10. Februar) in der Regie von Janusz Kica werden. Der britische Dramatiker verhandelt in "Leopoldstadt" die Katastrophen des 20. Jahrhunderts anhand einer wienerisch-jüdischen Großfamilie. Das Auftragswerk "Zemlinsky" von Felix Mitterer handelt von der Vita des gleichnamigen österreichischen Musikers und Komponisten, der vor den Nazis nach New York fliehen musste. Beide Stücke bilden mit Arthur Schnitzlers "Der Weg ins Freie" eine Trilogie zu "Flucht und Vertreibung", so Föttinger.

Mit Schnitzlers Gesellschaftsroman eröffnet die Josefstadt die Spielzeit am 2. September. Der September wartet mit einem veritablen Premierenfeuerwerk auf: Elmar Goerden inszeniert Grillparzers "Medea" (9. September) mit Sandra Cervik in der Titelrolle, ab 16. September steht "Die Stadt der Blinden" am Spielplan, am 30. September inszeniert Amélie Niermeyer "Anna Karenina".

Weitere programmierte Höhepunkte der kommenden Spielzeit sind "Der Bockerer", mit Johannes Krisch in der Hauptrolle, sowie Anna Bergmanns Inszenierung von "Rechnitz (Der Würgeengel)": Zum ersten Mal ist damit ein Stück von Elfriede Jelinek an der Josefstadt zu sehen. Ein Coup.

Die Kammerspiele überraschen mit einem überaus ambitionierten Spielplan: Eröffnet wird am 5. September mit Brechts "Dreigroschenoper", die Aufführung war bereits als Fernsehaufzeichnung zu sehen. Am 25. September inszeniert Claus Peymann Ionescos "Der König stirbt". Föttinger: "Das hätte man vor 20 Jahren nie für möglich gehalten." Weiters gibt es etwa Shakespeares "Was ihr wollt", Ferdinand von Schirachs Euthanasie-Stück "Gott" und Edward Albees "Die Ziege oder Wer ist Sylvia".

Die Proben laufen auf Hochtouren, der Herbst kann kommen.