Kabarettist werden ist nicht schwer - einer zu sein, dagegen manchmal sehr. Und zwar nicht nur, weil das heimische Publikum einen hohen Qualitätsanspruch hat und sich nicht gern mit schlechten Kalauern abspeisen lässt. Sondern auch, weil gerade in Zeiten der Pandemie - aber auch sonst - die sogenannte Kleinkunst oft immer noch als eine solche wahrgenommen wird, auch was die finanzielle Unterstützung betrifft. 

Wobei, wenn man sich unter den Bühnenbetreibern und Künstler umhört, gibt es doch auch einiges Lob für die Politik, was die Corona-Hilfen betrifft. Und seit die Häuser wieder aufsperren dürfen, ist die ganze Situation um einiges entspannter. Weil aber das Bessere der Feind des Guten ist, wie es so schön heißt, hat Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) jetzt noch ein Schäuferl nachgelegt und gemeinsam mit der im Corona-Jahr gegründeten IG Kabarett ein eigenes Nachwuchsförderungsprojekt ins Leben gerufen. Dieses hat sie nun gemeinsam mit Starkabarettist Viktor Gernot vorgestellt, und zwar - weil der Arbeitstitel des Projekts "Trampolin" lautet - passenderweise im Trampolinpark Flip Lab in der Wiener Millenniumcity.

Ein Sprungbrett für Newcomer soll das Projekt also sein, in dessen Rahmen insgesamt 250.000 Euro aus dem Bundesbudget über einer Auswahl von Nachwuchskabarettisten ausgeschüttet werden. 48 junge Künstler hat eine Jury aus Veranstaltern und Journalisten unter dem Vorsitz des ORF-Redakteurs Peter Blau, der die Szene wie kaum ein anderer kennt,  ausgewählt. Ihre Auftritte, die demnächst starten, werden also finanziell unterstützt. Der künstlerische Schirmherr der Aktion, Viktor Gernot, stellte bei der Projektvorstellung fest, dass er seinen Bühnenberuf zwar total liebt, dass es sein Lebenstraum ist und dass er den Applaus des Publikums genießt, aber: "Leicht ist der Job dennoch nicht, und gerade der Anfang einer Künstlerkarriere ist hart und die Rückschläge sind zahlreich." Zehn Jahre dauere es im Durchschnitt, bis man sich etabliert habe, rechnete er vor. "Zehn Jahre an Erfahrungen, die nicht nur lustig sind."

Umso dankbarer ist er - stellvertretend für die nun besonders unterstützten jungen Künstler - der Politik für die nun zugesagte Hilfe. Und er richtete auch einen Appell an das Publikum, das nun wieder in den Sälen und vor allem vor den Freiluftbühnen Platz nehmen darf: "Natürlich brauchen wir das Publikum dazu und fordern Kabarettfans auf, uns zu vertrauen und sich auch einen (noch) No-name anzuschauen. Sie werden staunen und begeistert sein."