Im Jahr 2021 ist beim Festival ImPulsTanz Gedenken angesagt: Am 1. August findet das große "In Memoriam Ismael Ivo" im Volkstheater statt. Der Brasilianer, der ImPulsTanz mitgegründet und entscheidend künstlerisch geformt hat, ist am 8. April gestorben. Die Veranstaltung mit Beiträgen unter anderem von Germaine Acogny, Chris Haring & Liquid Loft, der Pina Bausch Foundation, Doris Uhlich und Wim Vandekeybus ist kostenlos zugänglich. Vorbestellungen sind notwendig, pro Besteller werden zwei Karten ausgegeben.

Ein Hauch Normalisierung

Auch das Gedenken an den am 8. Juli gestorbenen Performer Daniel Aschwanden, der häufiger und umjubelter Gast bei ImPulsTanz war, wird das Festival im Jahr 2021 prägen.

Ivos Konzept war, neue Entwicklungen von Tanz und Performance in Aufführungen, Workshops und Forschungsprojekten einerseits ganz nahe an das Publikum heranzubringen, andererseits auch für Profis eine Plattform des Austauschs zu schaffen.

Im Vorjahr machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung: Das Festival konnte nur unter Sonderbedingungen und Einschränkungen stattfinden und verlagerte alles, was möglich war, unter freien Himmel. Die 3-G-Regeln (genesen, geimpft oder getestet) machen die Rückkehr zur normalen Austragung in Theatern und Museen möglich.

So kann von 15. Juli bis 15. August ein Festival stattfinden, bei dem es laut Aussendung heißt: Tanzen und tanzen lassen. Und das in großem Stil: 61 Produktionen in zwölf Spielstätten (vom Volkstheater über das Odeon bis zum ehemaligen Gustinus-Ambrosi-Museum im Augarten) bringen 18 Uraufführungen und 36 österreichische Erstaufführungen. Zusätzlich gibt es Film- und Musikvideoprogramme, Buchpräsentationen und eine Ausstellung.

Hochkarätige Performances

Die Reihe der Performances beginnt am 15. Juli mit Dieter Blums "Erinnerungen an Ismael Ivo" und "Private Song" von Alexandra Bachzetsis. Voraussichtliche Höhepunkte von ImPulsTanz 2021 sind die Uraufführung von "Cascade" von Meg Stuart und Damaged Gods (19. Juli) sowie die Uraufführung der Neufassung von Maguy Marins "Umwelt" (22., 24. Juli).

Wim Vandekeybus und Ultima Vez versprechen für "Traces" die performerische Umsetzung von atemberaubender Sinnlichkeit und animalischer Triebe (3., 5. August), während Akram Khan Company in "Outwitting the Devil" (Den Teufel überlisten) das Gilgamesch-Epos der Sumerer als ökologische Warnung interpretiert (11., 13., 14. August).

Das Neue-Musik-Spezialistenensmble Klangforum begleitet "Seven Cuts" von 2nd nature, Christine Gaigg und Bernhard Gander (8., 10. August), spielt ein Konzert mit Werken von Isabel Mundry, Friedrich Cerha, Bernhard Gander und Klaus Lang (19. Juli) und eines mit Werken des rätselhaften italienischen Klangesoterikers Giancinto Scelsi (9. August).

Womit alles bereitet ist, dass ImPulsTanz-Chef Karl Regensburger sein Versprechen einlösen kann, 2021 ein Festival zu feiern, "das sich so weltumspannend wie möglich der lebendigen Begegnung widmet".(red.)