Es war ein Kraftakt, der seinesgleichen suchte – aber auch so manchen Opernfreund auf eine Suche schickte. Wer wissen wollte, wie die "Verbesserung der Welt" auf der Bühne klingen könnte, der hatte sich im Herbst 2020 ins entlegene F23 in Wien-Liesing zu begeben. Dort hatte der freie Künstlertrupp Sirene seine Zelte für ein Festival mit nicht weniger als sieben Opernnovitäten aufgeschlagen. Fortuna war dem Projekt weitgehend hold: Sechs Uraufführungen feierten ihr Debüt in den Weiten der ehemaligen Sargfabrik, erst die siebente fiel dem Herbst-Lockdown zum Opfer.

Im Netz gibt es nun ein Wiedersehen mit der ehrgeizigen Reihe, für die Tonsetzer wie Julia Purgina, Dieter Kaufmann und Gerhard E. Winkler zur Feder gegriffen hatten: Die sieben Kammeropern, allesamt inszeniert von Kristine Tornquist, sind zum Nulltarif auf der Sirene-Homepage nachzusehen. Oper ohne Ausstattungsluxus, aber auch ohne musealen Beigeschmack – und mit sympathischer Weltverbesserungsambition. (irr)