Nie gab es eine bessere Piaf als Maria Happel, sieht man von der Piaf selbst ab. Nie gab es eine bessere Dietrich als Sona MacDonald, sieht man von der Dietrich selbst ab. Die beiden im Duo: unschlagbar. Eine Nachmittagsvorstellung im Theater im Park, die restlos begeisterte!

Maria Happel und Sona MacDonald haben Edith Piaf und Marlene Dietrich schon auf der Burgtheaterbühne verkörpert. "Spatz und Engel" hieß die Produktion und war ein Publikumserfolg, wie ihn auch das Burgtheater nur in Ausnahmefällen verzeichnet.

Im Theater im Park ist die Bühnenhandlung durch eine Erzählung ersetzt. Umso flotter kommt man zu den Chansons, und die sind ja in ihrer schwebenden Bittersüße zwischen Glücksgefühl und Herzensbrechung doch das, weshalb man sich eigentlich in den Park des Belvedere begeben hat.

Die beste Dietrich seit der Dietrich: Sona MacDonald. 
- © Theater im Park

Die beste Dietrich seit der Dietrich: Sona MacDonald.

- © Theater im Park

Unüberbietbar, wie die Happel und die MacDonald das machen! Die Happel versteht es, der Piaf nahezukommen, ohne sie zu imitieren. Aber sie hat diese Ausstrahlung von Erdverbundenheit und ein wenig Verrücktheit, von Durchsetzungskraft und Volksnähe - und Verletzlichkeit. Wie sie "Non, je ne regrette rien" interpretiert, dem Ende trotzig den Widerstand des Lebens entgegenschleudert, das ist einzigartig.

Sona MacDonald wiederum: ganz mondäne Eleganz, mit sich selbst kokettierend, nobel, unversehens erdverbunden aber auch sie. Wann hat man, seit der Dietrich, je die "Lili Marleen" so gehört, so intensiv, so nostalgisch, fast wie in einem Traum aus einer anderen Welt?

Glänzend wie die Happel und die MacDonald aufeinander eingehen, oft ganz spontan - und wie sie einander zuhören, ist echt, denn diese Blicke und Körperhaltungen kann man nicht spielen. Dann noch "La vie en rose" - und am liebsten hätte man vier Hände, um einen adäquaten Applaus spenden zu können!