Das Landestheater Linz hat Dienstagabend bekanntgegeben, dass es seine Tanzdirektorin und Chefchoreografin bis auf weiteres von diesen Funktionen freigestellt. Grund seien demnach wiederholt aufgetauchte Vorhaltungen bezüglich des Führungsstils. "Um die Vorwürfe ungestört und fair prüfen zu können" sei dieser Schritt gegangen worden, erklärte Intendant Hermann Schneider. "Alle, auch die jüngsten, gegen sie erhobenen Vorwürfe" sollen nun "restlos aufgeklärt" werden.

Im Februar sei Schneider darüber informiert worden, dass Mitglieder der Tanzkompanie das Führungsverhalten der Tanzdirektorin und Chefchoreografin kritisieren. Die Beschuldigte habe schriftlich sowie in mehreren Gesprächen die Vorwürfe als falsch und unrichtig von sich gewiesen und von Mobbing einzelner Ensemblemitglieder gegen ihre Person gesprochen, hieß in einer Aussendung des Landestheaters.

Zur Entspannung der Situation kam es zu einer Neuverteilung der Kompetenzen in der Leitung der Tanzkompanie. "Weiters haben wir den Arbeitspsychologischen Dienst Linz beigezogen und in vielen Gesprächen mit der Kompanie und der Tanzdirektorin versucht, die Situation für alle Beteiligten zu verbessern", so Schneider weiter.

Mit Ende der Sommerpause und seit Wiederaufnahme der Probenarbeit kam es offenbar erneut zu Konflikten. Daher entschied die Intendanz die Freistellung jener Direktorin. Die interimistische Leitung der Tanzkompanie Linz übernehmen die Kompanie-Managerin und Intendant Schneider selbst.