In den frühen 1980ern gründeten die beiden Schauspielerinnen Barbara Klein und Krista Schweiggl das erste feministische österreichische Kabarettduo "Chin & Chilla". Fünf Programme wurden von ihnen verfasst und in Österreich und Deutschland erfolgreich gespielt - zu einer Zeit, als Frauen auf Kabarettbühnen eher als Fremdkörper betrachtet wurden. Ihre Auftritte wurden sicherheitshalber "Frauenkabarett" genannt, denn das Publikum hielt sie zunächst oft für den Bühnenputztrupp.

Nach künstlerisch turbulenten 30 Jahren getrennter Wege finden die beiden heute vereint vieles lächerlich und feiern nun folgerichtig als "Die SpätSies" ihr Bühnen-Comeback. Der Abend beginnt mehr als Theaterstück denn als Kabarett, was aber nichts Schlechtes ist, als eine "sehr erwachsene" und leicht beeinträchtigte Frau vom Amt weiter nichts als die Erneuerung ihres Führerscheins begehrt. Unversehens befindet sie sich jedoch auf einer kurzweiligen Reise durch ihr langes Leben.

Man merkt, dass die beiden Schauspielerinnen einander gut kennen und blind verstehen. Sie nehmen ihr Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise des Älterwerdens und der Erlebnisse, die im Leben prägend sind. Jüngere Semester werden ihren Pointen teilweise schwer folgen können, aber für reifere Semester werden in "Vollzeit" zahlreiche nette Erinnerungen geweckt. Lachen statt Altern, lautet die Devise, und wenn Altern, dann mit Würde und Prinzipien. Ein erfolgreiches Comeback mit Witz.