"Wenn ich ein Vöglein wär . . .", dann wäre Sonja Pikart kein Adler, sondern ein Spatz auf einem Markt in Burma, der dort gegen Geld von Touristen in die Freiheit entlassen wird. Oder so. Denn die Geschichte von dem freien Vogel, mit der die Wahlwienerin aus Aachen ihr neues Soloprogramm beginnt, ist eigentlich letztlich eine traurige. So wie die vergangenen eineinhalb Jahre für die freischaffende Künstlerin.

Aber auch abseits vom allgegenwärtigen Thema Corona und Lockdowns dreht sich bei Pikart alles um die Freiheit und das Entfliehen: zum Beispiel dem heimatlichen Dorf; den womöglich vererbten Angewohnheiten der eigenen Eltern; und natürlich den vielen ungefragten guten Ratschlägen von allen Seiten. Die Preisträgerin beim Österreichischen Kabarettpreis 2019 geht - soweit das eben in diesen Zeiten möglich ist - mit offenen Augen durch diese Welt und sammelt Abstrusitäten, die sie dann auf der Bühne erzählt. Wer dabei die gertenschlanke Blondine als zartes Püppchen einordnet, wird rasch belehrt: Dieses vorgebliche Püppchen hat es faustdick hinter den Ohren. Und eine freche Schnauze, die für einen launigen Abend sorgt.(maz)

Sonja Pikart: Ein Spatz, ein Wunsch, ein Volksaufstand
Nächste Termine:
22. September Kulisse (Wien),
23. September Posthof (Linz),
5./6. Oktober Theatercafé (Graz)
Mehr Info: www.sonjapikart.com