"Umsonst!" Mit diesem Wort endet Johann Nestroys gleichnamiges Spätwerk. Es war auch am 29. April 1862, vier Wochen vor seinem Tod, sein letztes auf einer Bühne. Die Posse ist ein Unterhaltungsstück mit wenig Tiefgang und wird in der Wiener Scala derzeit auch als solche serviert.

Inszenierung und Textfassung von Bruno Max siedeln das Stück in der Epoche früher Stummfilme und Automobile an. Der Abend zielt hemmungslos, mitunter mit zu viel Klamauk, auf die Lachmuskeln. Dass Nestroy zwei Akte in einem Braunauer Wirtshaus spielen lässt, nutzt die Regie zu etlichen Anspielungen - eine Tafel zeigt den 20. April an, im Hintergrund lungert ein "Alois H." genannter Hitler-Typ, der rege wird, als ein Vater seinen Sohn Ignaz "Nazi" nennt.

Falco meets Nestroy

Die Posse kreist um die Ablehnung des Schauspielerstandes durch das Bürgertum, karikiert aber zugleich das Leben an Provinz- und Kleinbühnen. Die von den Mimen Arthur und Pitzl vorangetriebene Handlung lebt von einer Fülle an Verwechslungen und Verkleidungen, die sich als weitgehend "umsonst" erweisen.

Als zeitweise in Falco-Manier agierender Arthur macht Simon Bader gute Figur. Leonhard Srajer steht ihm in der Nestroy-Rolle des Pitzl kaum nach. Aus dem solide spielenden Ensemble ragen noch Jörg Stelling, Christina Saginth, Hermann J. Kogler, Teresa Renner und Markus Tavakoli heraus. Marcus Ganser steuert ein gelungenes Bühnenbild, Anna Pollak passende Kostüme, Frizz Fischer die Klänge bei. Viel Premierenapplaus.