Performances, die Feminismus und Körperkult thematisieren, gibt es etliche. Wenige bleiben ob ihres Tiefgangs dauerhaft in Erinnerung. Die meisten Stücke tauchen kopfüber ganz tief in die Trickkiste des Feminismus, wühlen darin kräftig herum und bringen schließlich wieder nur Klischees an die Oberfläche. "Ja, eh", seufzt dann manch einer im Publikum. So auch in "(Ob)Sessions" der israelischen Choreografin und Regisseurin Saar Magal, die zum ersten Mal in Österreich zu sehen ist. Ihre Performance wurde am Donnerstag im Kasino am Schwarzenbergplatz uraufgeführt.

Witzig und erzwungen witzig

Bunt und schrill inszeniert Magal eine opulente Revue rund um Selbstoptimierung und -inszenierung mit den darstellerisch starken Mitgliedern des Burgtheater-Ensembles und den ebenfalls professionell agierenden Studierenden der Musik und Kunst Privatuniversität Wien. Sie stöckeln, tanzen Pole, einer erzählt von seinem verloren gegangenen Penis, eine andere ist Madonna bei der Dankesrede zur Preisverleihung von "Woman of the Year 2016". Dazu Stücke von Mozart, Händel, Tschaikowski und Vogelgezwitscher, das Bühnenbild ist in einem ständigen Wechsel. Es gibt witzige Momente, manchmal auch erzwungen witzig.

Ach ja: Da ist noch die männliche Nancy, die als Social-Media- Influencer sich in Szene setzt und eine falsche Realität ihrer selbst präsentiert. Ja, eh . . .