Seine Kreationen sind bildstark und kraftvoll, seine Performer zeigen Tanz auf höchstem Niveau: Der renommierte französische Choreograf Angelin Preljocaj eröffnet am 25. und 26. September die 25-Jahr-Jubiläumssaison des Festspielhauses St. Pölten. In seinem jüngsten Stück wagt er sich an den Klassiker des Balletts heran: "Schwanensee" verpasste er einen zeitgenössischen Touch.

"Dieses Stück ist für mich der Everest, ein Tanz-Monument. Sich darauf zu stürzen ist eine veritable Herausforderung, vor allem inmitten der Covid-19-Pandemie war das mit Stress und Unsicherheit verbunden", sagt der Choreograf im Vorfeld seines Gastspiels. Preljocaj verortet die Originalliebesgeschichte rund um Betrug und Verrat des Prinzen Siegfried und des Schwanenmädchens Odette in den kapitalistischen Kontext einer einflussreichen Industriellen-Familie. Verändert wird in dieser Version zwar nicht die Liebesgeschichte, aber die Stellung der Eltern Siegfrieds, die im Original nur Randfiguren darstellen: "Siegfrieds Vater ist ein Tyrann, der seine Macht missbraucht. Seine Mutter hat einen eher beschützenden Charakter", so der Tanzschaffende. Auch Rothbart bleibt in dieser modernen Version als zweideutige Figur erhalten: einerseits Magier, andererseits Geschäftsmann.