Die Spatzen pfiffen es zuletzt von den Dächern, nun ist es offiziell: Die Staatsoper erhält im ehemaligen brut-Flügel des Künstlerhauses eine neue Spielstätte. Renoviert wird der noch unsanierte "Französische Saal" vor allem mit Unterstützung von Hans Peter Haselsteiner. Der Bund steuert fünf Millionen zu dem 21-Millionen-Euro Projekt bei, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Die Staatsoper könne "ihren gewachsenen Aufgaben nicht mehr gerecht werden ohne zusätzliche Räumlichkeiten", erklärte Direktor Bogdan Roščić und betonte, dass man beim Altersschnitt des Publikums zehn bis 20 Jahre über anderen Opernhäusern liege. Darum sei die neue Spielstätte, die nicht nur Kinderprogramm bieten werden, das wichtigste Vorhaben seiner laufenden Amtsperiode. Die Planung laufe langfristig und beinhalte einen Kündigungsverzicht von 30 Jahren. Der Spielbetrieb soll im Spätherbst 2024 starten; die Staatsoper müsse nur die Betriebskosten tragen, Haselsteiner garantiere die Erhaltung.

Schröder zeigt sich erfreut

Zehn Millionen Euro der Umbaukosten soll der von Haselsteiner beherrschte Baukonzern Strabag schultern, fünf Millionen der Bund. "Den restlichen Betrag wird die Haselsteiner Familien-Privatstiftung übernehmen", gab der Mäzen bekannt. Dessen Teil-Übernahme des Künstlerhauses hatte bereits ermöglicht, dass die von Klaus Albrecht Schröder geleitete Albertina dort ihre Dependance, die Albertina modern, eröffnen konnte. Letztere muss aufgrund der Arbeiten ab Februar 2023 ihren Betrieb "so kurz wie möglich" schließen, voraussichtlich für einige Monate, sagte Schröder, der sich dennoch "uneingeschränkt" über den künftigen Nachbarn freue. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer will mit dem Projekt dafür Sorge tragen, "auch kommenden Generationen die unglaubliche Weite und Schönheit der Kultur näherzubringen".