"Wenn Ballett einfach wär, dann wäre es Fußball" - das sagen zwei, die es wissen müssen: Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Caroline Athanasiadis, besser bekannt als die Kernölamazonen, feierten mit ihrem neuen Programm "Sexbomb forever" Premiere auf der Wiener Praterbühne.

Die beiden Kabarettistinnen haben sich 2005 am Wiener Konservatorium getroffen und seitdem entführen sie ihr Publikum in die Welt des Musikkabaretts. Ihrem Credo bleiben die Kernölamazonen auch diesmal treu und zeigen, gemeinsam mit Pianist Matthias Ellinger, dem Amazonen-Sklaven sozusagen, ihr musikalisches Können.

Tot oder scheintot

Das neue Programm beginnt mit einem (gespielten) Stromausfall und dem Auftritt der Protagonistinnen im Himmel. Es scheint, als hätte Corona bei vielen (Klein-)
Künstlern zu einer Reflexion über das eigene Wirken und Schaffen geführt, sind kleine Ausflüge in andere Welten doch in einigen Programmen zu finden. Es ist also Zeit, über das eigene Leben nachzudenken - über die Männergeschichten, die Familie, die vergebenen Möglichkeiten und die richtigen oder auch die falschen Entscheidungen. Neue Liedtexte zu bekannten Melodien sorgen für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Ein bisschen Mitsingen und mitbewegen darf sich das Publikum beim Open-Air auch. Ein kleiner Exkurs: Es dürfte der letzte Tag gewesen sein, an dem Kabarett im Freien noch erträglich war, zum Glück sind die Bühnen und Säle wieder geöffnet und bespielbar.

Die Palette der abgehandelten Themen und Alltagsbetrachtungen - vom Himmel auf die Erde - reicht von wunderbaren Yogastunden ("Ich bin so erleuchtet, ich brauch im Bad kein Licht mehr") über bis hin zu der sehr feinen Interpretation des Ablaufs von Klassentreffen. Feines Musikkabarett mit vielen Lachern nicht nur bei den weiblichen Fans.