Wenn die Kleinkunstbühne zum Behandlungszimmer beim Therapeuten wird, dann sind wird im neuen Programm von Martin Kosch. Die Pandemie ist für alle schwierig. Auch Kosch hat mit ihr zu kämpfen. Aber viel mehr trifft den zaubernden Kabarettisten aus Graz momentan, so gesteht er seinem imaginären Therapeuten, eine Kreativitätsblockade. Die gilt es zu durchbrechen. Obwohl Kosch Privates und Berufliches trennt (behauptet er), scheint ihm genau das schwer zu fallen. Und so schiebt er seine Wuchteln im Supermarkt: Auf die Frage, ob er den Kassenzettel will, erwidert Kosch, dass es auch ohne gehe und man es auch schwarz machen könne. So geht es weiter, bis schließlich nicht er oder ein Kunde, sondern die Kassiererin ruft: "Zweite Kassa bitte!"

Im Gespräch mit seinem fiktiven Therapeuten liefert Kosch dem Premierenpublikum im Kabarett Niedermair eine Menge Anekdoten, Gags über Alkoholexzesse, Beziehungskonflikte und diverse andere Dinge aus dem täglichen Leben, mit denen sich der Programmtitel verknüpfen lässt: "Keine Ahnung, aber trotzdem!" Mit verblüffenden Tricks rundet der mehrfache Staatsmeister im Zaubern das Programm ab und drückt damit dem Ganzen seinen persönlichen Stempel auf. Kosch punktet bei seinem Publikum weniger mit gesellschaftlicher oder politischer Kritik, er begeistert vielmehr mit diversen Dialekten, die er immer wieder einstreut bei Begegnungen mit Niederländern, Italienern oder Russen. Und spätestens, wenn "I want to break free" von Queen in seinem Kopf ertönt, wird allen Anwesenden klar: Die Therapieeinheit ist dringend nötig.