Seit Freitag darf das Wiener Kulturpublikum aufatmen: Die 2G-Regel ist für Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern in Kraft getreten. Das Grundprinzip der Landesverordnung, die vorerst bis zum Monatsende gilt: Das Publikum großer Säle muss entweder geimpft oder genesen sein, ein negativer Corona-Test berechtigt nicht mehr zum Zutritt. Dafür ist es nun grundsätzlich gestattet, den Aufführungen in diesen Räumen ohne Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder FFP2-Maske beizuwohnen.

Staatsoper und Volksoper fallen selbstverständlich unter diese Regelung. Sie versuchen bereits, sich mit jenen Karteninhabern auszusöhnen, die aufgrund der Neuordnung aus dem Haus verbannt sind: Wer seine Tickets bis zum 22. September 2021 erworben hat, kann diese an den Bundestheaterkassen gegen Gutscheine eintauschen lassen. Die Staatsoper weist auf ihrer Homepage zudem auf eine Ausnahme von der 2G-Regel hin: Bei der Kinderoper "Entführung ins Zauberreich" (Premiere an diesem Sonntag) ist das Tragen eines MNS ausdrücklich erwünscht, weil sich Publikum und Künstler im Lauf des Programms durchmischen werden. Apropos Kinder: Wer den Nachwuchs in die großen Säle ohne Maskenpflicht mitbringen will, muss gemäß der Verordnung Zusatzvorschriften beachten. Personen bis zum abgeschlossenen sechsten Lebensjahr benötigen keinen Zutrittsnachweis, ältere Kinder (bis zum Ende des zwölften Lebensjahres) finden dagegen gemäß der 3G-Regel Einlass.

Während der MNS vorerst auch im Theater an der Wien mit seinen rund 1000 Plätzen ausgedient hat, gelten an der Kammeroper andere Vorschriften: Das Haus bietet nur rund 300 Personen Platz. Hier kommt verordnungsgemäß die 2,5G-Regel zur Anwendung. Dies bedeutet, dass Geimpfte, Genesene und jene Getestete Einlass finden, die einen PCR-Test absolviert haben. Ein Antigentest wird nicht mehr anerkannt. Im Rahmen des 2,5G-Szenarios vor allem zu beachten: Unter diesen Bedingungen ist das Tragen eines MNS Pflicht.

Theater ohne MNS

In Burg- und Akademietheater können sich sämtliche Besucherinnen und Besucher über 14 Jahre nach erbrachtem 2G-Nachweis fortan ohne Mundnasenschutz bewegen, für junges Publikum von sechs bis 14 Jahren gilt: 3G und das Tragen von MNS. Bei der großen Bühne des Volkstheaters tritt die 2G-Regel in Kraft, das Tragen von Masken ist demnach nicht verpflichtend, wird aber weiterhin empfohlen. In den Nebenspielstätten, die weniger als 500 Plätze umfassen, gilt 2,5G: Es herrscht Maskenpflicht, die auch kontrolliert wird. Das Theater in der Josefstadt fällt unter die 2G-Regel und kann ab sofort ohne Maske besucht werden, während in den Kammerspielen und den Sträußelsälen die 2,5G-Regel wirksam wird und die Maske weiterhin getragen werden muss.

Im Musikverein und Konzerthaus ist die 2G-Regel in Kraft getreten, die Aufführungen sind prinzipiell ohne Maske zu besuchen. Im Falle von Kinderveranstaltungen sind mitunter Sonderregelungen zu beachten, das Konzerthaus informiert darüber ausführlich auf seiner Homepage. Genereller Tipp: Nicht ohne Maske außer Haus gehen, es schadet aufgrund der Unklarheiten im Detail sicher nicht.