Das brut ist nunmehr seit 2017 auf Wanderschaft: Seit dem Auszug aus dem Stammquartier im Künstlerhaus, das nunmehr Kinderoper beherbergen wird, und bis zum Einzug in das neue Theaterhaus in St. Marx, das derzeit noch renoviert wird, zieht das brut mit seinen Projekten quer durch die Stadt. Nun hat das Kooperationshaus in Augartennähe, in der Nordwestbahnstraße 8 - 10, eine temporäre Spielstätte gefunden. Am vergangenen Wochenende wurde die Saison in der ehemaligen Industriehalle eröffnet.

Die weitläufigen Räumlichkeiten eröffnen Platz für parallele Aktionen und Ausstellungen - so ist die Postkartenausstellung "Connecting Views" von Sööt/Zeyringer zu sehen, die entstand, als Reisen undenkbar war und eröffnet einen gänzlich neuen Blick auf Postkartenlandschaften, auch Andrea Gunnlaugsdóttirs Videoinstallation "Airy Matters" ist von der Pandemie beeinflusst, selbst die brut-Außenfassade ziert eine Lichtinstallation.

Tour de Farce

Die Eröffnungsperformance kommt von Toxic dreams, einem der arriviertesten Wiener Performance-Kollektive. In "The Art of Asking your Boss for a Raise" geht es um die meist vergebliche Mühe, eine Gehaltserhöhung zu erhalten. Paul Horns phänomenales Bühnenbild stellt ein Großraumbüro in Miniaturform dar. In dieser Bürohölle agiert das siebenköpfige Ensemble äußerst präzise, obwohl die seriellen Wiederholungen auch etwas ermüden. Trotzdem: Welcome back, brut!