Das größte Geburtstagsgeschenk hat sich Mike Supancic selbst gemacht: die Premiere seines neuen Programms "Grand Hotel Supancic" im Wiener Stadtsaal. In Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit, was dem nunmehr 54-jährigen Steirer durchaus bewusst ist. Denn Corona hat auch sein künstlerisches Schaffen lange Zeit weitgehend lahmgelegt.

Umso intensiver zelebriert er die Rückkehr auf die Bühne. Mit breitem Grinsen und voller Inbrunst intoniert er ein Lied nach dem anderen, die er bei großen Musikern der vergangenen tausend Jahre wie Tina Turner, den Beatles, Johann Sebastian Bach, Walter von der Vogelweide oder Arnold Schönberg entlehnt und mit neuen Texten versieht. Der Inhalt: Corona. Und das AMS. Und Corona. Und Mobbing. Und Corona. Und das BVT. Und Corona. Und Verschwörungstheoretiker. Und Corona.

Geschickt greift er das aktuelle Zeitgeschehen auf. Die Sprache: größtenteils tiefstes Steirisch. Denn Supancic steht zu seiner Herkunft und trägt sie mit Stolz auf der Zunge. Er kann aber auch andere Idiome, mit denen er seine Figuren - die Angestellten eines Hotels im Lockdown - ausstattet. Zwischen denen wechselt er ebenso geschickt wie zwischen seinen Corona-Songs. Nur nicht zu viel vom Selben, ist die Devise, der er mit seiner Regisseurin Nadja Maleh folgt. Langeweile kommt also keine auf, und vor lauter Gaudi könnte man glatt die Tiefgründigkeit seiner nur scheinbaren Nonsense-Texte überhören.

Mike Supancic: Grand Hotel Supancic
Termine & Info: www.supancic.at