Clemens Maria Schreiner hat etwas zu feiern. Der Grund für die Party ist laut Drehbuch nicht etwa sein neues Programm "Krisenfest", viel mehr feiert er die Krisen, die wir kennen. Eine Location dafür gibt es bereits: ein Abrisshaus. Also feiert er eine richtige Abrissparty. Mit dem Bulldozer widmet er sich dem ersten Thema, der Immobilienbranche.

Dekoriert ist die Bühne, auf der der Steirer steht, zugegebenermaßen eher spärlich. In Schale hat er sich trotzdem geworfen mit einem schicken Anzug. Und weil er wahnsinnig gerne Menschen einlädt, wie er sagt, stehen natürlich seine Gäste im Mittelpunkt. Wir, das Publikum, seine Partygäste also, sind schon da, doch es kommen noch weitere hinzu, die wir alle kennen sollten – oder zumindest diejenigen unter uns, die sich noch an die "Knickerbockerbande" erinnern. Die anderen müssen sich erst mit ihnen vertraut machen. Wobei die Figuren aber im Grunde austauschbar sind.

Wer einen Axel, eine Lilo, eine Poppi oder einen Dominik auf seiner Party hat, der stürzt sich mit ihnen unweigerlich in ein Desaster. In seinen kabarettistischen Beiträgen kratzt Schreiner an verschiedensten Themen. Die Entsorgung von Sondermüll in fernen Ländern kommt dabei ebenso vor wie die Arbeitsbedingungen von Fahrradzustellern oder die Finanzbranche. Freilich stellt Schreiners Lilo irgendwann fest: "Du kannst Dich doch nicht über blutsaugende Moskitos aufregen, wenn Du selbst ein Vampir bist." Schreiner füllt die Bühne expressiv mit Leben und voll aus.