Sie war eine der Pionierinnen des Tanztheaters: Pina Bausch widersetzte sich nicht nur den hierarchischen Strukturen des Balletts, sondern auch den welt- und gegenwartsfremden Inhalten dieses Genres. Sie war eine der Ersten, die den künstlerischen Wert von reifen, erfahrenen Tänzern für ihr Ensemble Tanztheater Wuppertal einsetzte - mit großen internationalen Erfolgen bis heute, zwölf Jahre nach ihrem Tod.

Seit einigen Jahren gibt nun die Pina Bausch Foundation für internationale Kompanien, darunter etwa das English National Ballet oder das Semperoper Ballett, Choreografien frei. So auch Bauschs Klassiker "Das Frühlingsopfer" aus dem Jahr 1975 zu Igor Strawinskis "Le sacre du printemps". Für die Einstudierung fanden im Dezember 2019 Auditions in Burkina Faso, Elfenbeinküste und Senegal mit insgesamt 135 Teilnehmern statt. Für die Koproduktion der Pina Bausch Foundation, École des Sables und Sadler’s Wells in London wurden schließlich 38 Tänzerinnen und Tänzer aus 14 afrikanischen Ländern für die Einstudierung ausgewählt. Die Premiere findet am Samstag, 9. Oktober, im Festspielhaus St. Pölten statt.

Im zweiten Teil des Abends stellen die senegalesisch-französische Tänzerin, Lehrerin und Choreografin Germaine Acogny gemeinsam mit der französischen Performerin Malou Airaudo, ehemalige Tänzerin des Tanztheater Wuppertal, in der Uraufführung von "common ground[s"] ihre Geschichten, Gefühlswelten sowie eine namensgebende "gemeinsame Basis" dar.