Wer bin ich? Woher komme ich? Und wohin gehe ich? Die drei großen Fragen der Menschheit kann der Kabarettist Gerhard Walter in seinem neuen Solo zumindest am Premierenabend im Wiener Kabarett Niedermair leicht beantworten: Er ist Kabarettist, kommt aus der Garderobe und wird nachher heimgehen. Vorher aber widmet er sich zwei Stunden lang nicht nur den drei eingangs erwähnten Fragen, sondern auch noch vielen weiteren, die nicht immer, aber sehr oft philosophisch sind.

In diesen Momenten merkt man Walters Prägung durch seinen Immer-wieder-Bühnenpartner Gunkl - wobei er im Solo beide Parts ausfüllt: Er setzt zu philosophischen Höhenflügen an, sorgt aber gleich darauf selbst dafür, dass das Ganze auf dem Boden bleibt. Nicht nur mit Worten, sondern auch, indem er seinen eher schlaksigen Körper gekonnt einsetzt, um den von ihm generierten Situationen die gebotene Komik zu geben. Die Sorge, dass es vor lauter Denkarbeit zu wenig zu lachen geben könnte, ist also völlig unbegründet. Ob ihm nun das Vergehen der Zeit Kopfzerbrechen bereitet oder der Schlaf, den man verschläft: Er sorgt für gute Unterhaltung mit Herz und Hirn.