Im Werk X kommt nach "Gegen die Wand" nun mit "Aus dem Nichts" erneut eine Filmadaption von Fatih Akin auf die Bühne.

Der Stoff raubt einem den Atem: Im Zentrum steht eine Frau, die bei einem Terroranschlag ihren deutsch-kurdischen Ehemann und ihren sechsjährigen Sohn verlor. Vor Gericht wird sie verleumdet und das rechtsextreme Täter-Paar freigesprochen. In Akins Verfilmung spielt Diane Kruger als Rächerin wohl die Rolle ihres Lebens, auf der Bühne in Meidling kämpft Constanze Passin indes nicht minder leidenschaftlich um Gerechtigkeit.

Die Bühnenadaption bildet den erfolgreichen Spielfilm nicht eins zu eins ab, das sechsköpfige Ensemble durchbricht die Handlung wiederholt und stellt grundsätzliche Fragen über Rassismus. Die inszenatorischen Stilmittel wie leere Bühne, dafür Videoprojektionen mit Live-Kamera, sowie kunstvolle Entgleisungen und eine überreizte Tonlage erinnern etwas zu sehr an das Theater von Frank Castorf. Doch die Relevanz des Themas überzeugt. Die Grundstimmung der 100-minütigen Aufführung ist Empörung. Bedauerlicherweise zu Recht.