"Exodus" - wer an diesem Programmtitel an den Auszug aus Ägypten, aus dem Land der Knechtschaft, denkt, liegt gar nicht so falsch. Nur dass das Land, aus dem es zu entfliehen gilt, bei Benedikt Mitmannsgruber Oberösterreich ist - und eigentlich auch das eigene Leben an sich. Warum das so ist, erklärt der junge Kabarettist aus dem Mühlviertel in seinem neuen Soloprogramm.

Und so nimmt er (im feschen Norwegerpulli) gleich zu Beginn neben Wolfgang Fellner auch und vor allem sein Heimatbundesland aufs Korn - und auch sich selbst nicht allzu ernst. Aber auch sein Publikum bekommt einiges ab. Das Ganze mit sprödem Mühlviertler Charme, einigen Sickerwitzen, boshaften Wortspielen und dem Elan einer Packung Vivinox. Aber ihm sitzt gehörig der Schalk im Nacken.

Es ist ein absurtdes (Anti-)Heimatkabarett der hinterhältigen Art über Grenzerfahrungen zwischen Niederösterreich und Tschechien, ländliche Überalterung, (Nicht-)Wunschkinder, Katzen beim Homöopathen, Drehtüren als Kinderaufbewahrungsstätte, Ausländer und Pornos, um nur einige Themen zu nennen, die er so anstreift. 

Dabei schießt der Gewinner des goldenen Stuttgarter Besens, des Salzburger Sprösslings und des Wiener Stadtfestes, der im Jänner 2020 gemeinsam mit Alfred Dorfer auf der Bühne der ORF-"Pratersterne" stand, seine Pointen nicht aus der Hüfte, sondern reibt sie seinem Publikum eher gemächlich unter die Nase. Und bei aller Absurdität seiner Alltagssatire kommt er durch die Hintertür auch ins (Gesellschafts-)Politische. Vordergründig naiv, steif und trocken, hintergründig wohlüberlegt, boshaft und hochintelligent.