Mit seinem eigenen postdramatischen Weg versucht das.bernhard.ensemble seit einigen Jahren, dem selbst kreierten Genrebegriff des "Mash-ups" konsequent Folge zu leisten und "österreichische Bühnenklassiker mit internationalen Kultfilmen" zu verweben.

In "Blade.Unwichtig" versucht sich die Gruppe rund um Ernst Kurt Weigel nun also in einer Begegnung von Ridley Scotts 1982 herausgekommenem Welterfolg "Blade Runner" und Werner Schwabs knapp eine Dekade später uraufgeführtem "ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM".

Angesiedelt ist das zwischen Satire, Softporno und Wirtshauskomödie dauereskalierende zweistündige Fick-statt-Fun-Melodrama in Anlehnung an das filmische Vorbild in der dystopischen Zukunft des Jahres 2019. Schwab ist auch schon ein Vierteljahrhundert tot, und so mashen seine auf der Erde gebliebenen Figuren dessen Texte ebenso wie ihre Körpersäfte ziemlich wahllos zwischen den dann und wann zu Screens mutierenden Gasthaustischen, während der Rest der Menschheit schon auf dem Mars lebt, um dort von Androiden verwöhnt zu werden.

Zwei von ihnen, die herabgefahren sind, um sich elektronisch humanisieren zu lassen, soll der einstige Held Richi (Weigel), der zwischenzeitlich zum Frauenschläger mutiert ist, das Garaus machen. Doch wer nicht mehr kopulieren kann, kann noch weniger töten. Zwischen Klogang und Erlösungsfantasien wird der eine Android am Ende dennoch ziemlich blutig gefressen, dem anderen geht schlichtweg der Strom aus. Das Schwab’sche Inferno sucht man trotz all dem vergeblich.