Das Bühnenbild zu "1Fach Komik", für das Alexander Waechter, Autor und Protagonist des Stücks, verantwortlich zeichnet, verrät schon viel über die folgenden 90 Minuten persönlicher Theatererinnerungen: bunte Leitern in unterschiedlichen Höhen, ein alter Tisch, schwarze Stühle, ein im Gebälk hängendes Fahrrad.

Auf einem winzigen Rad tritt der traurige Clown Waechter auch auf, eine reine "Lachnummer" wird der Anekdotenabend dann doch nicht, denn dieser Clochard in Schwarzweiß ist weder Tollpatsch noch Possenreißer, sondern selbst schon so zitatenreich wie das Bühnenbild. Beide verweisen auf das monumentale Zentrum des Abends, Samuel Beckett.

Und so trägt Waechter nicht nur das Kostüm Heinz Rühmanns als Estragon in Fritz Kortners bahnbrechender Inszenierung von "Warten auf Godot" aus dem Jahr 1954, sondern referiert auch Bekanntes und weniger Versichertes, Erfahrenes und Erfundenes über die Liebe des großen Iren zu Rädern, Leitern und Prostituierten.

Entlang dieser engen autobiografischen Verbindung spinnt Waechter sein slapsticknahes Erzähluniversum schlingernd und berührend weiter. Dass das im von Herbert Lederer, dem vor kurzem verstorbenen Schauspieler und eminenten Wiener "Kellertheater"-Chronisten, gegründeten Theater am Schwedenplatz passiert, das Waechter 2014 als Theater franzjosefskai21 wiedereröffnete, ist eine der vielen Reminiszenzen, die er gar nicht zu erwähnen braucht. Sie liegen an diesem Abend melancholisch in der Luft. Theatergeschichte ganz intim.