Eigentlich wollte Zoe nur Wäsche waschen und dabei auf ihrem iPhone ein bisschen Musik hören - aber plötzlich wird sie von ihrer Waschmaschine in die Zukunft katapultiert. In eine dystopische Zukunft im Jahr 2121 - also genau 100 Jahre nach vorne -, in der sie auf einer Plastikinsel landet. Diese ist nur die konsequente Fortführung jenes Müllstrudels, der seit Jahren im Pazifik treibt, mit rund 800.000 Tonnen Plastik auf 1,6 Millionen Quadratkilometern mehr als viereinhalb Mal so groß wie Deutschland ist - und als größter Abfallteppich in den Weltmeeren nur die Spitze des Eisbergs darstellt, denn es gibt zahlreiche kleine, große und riesige Müllstrudel, die in den Ozeanen der Erde treiben.

Auf welche Zukunft wir da zutreiben, muss eigentlich allen klar sein. Auch den Erwachsenen, die als Begleitpersonen zu "Zoes sonderbare Reise durch dir Zeit" ins Wiener Akademietheater mitgekommen sind als Begleitpersonen für jene Kinder, die hier eine Nachhilfestunde in Weltrettung bekommen. Denn das ist das Familienstück aus der Feder von Jimmy Osborne und Sue Buckmaster, das im Rahmen der Kinderschiene des Burgtheaters in Kooperation mit Buckmasters Compagnie Theater-Rites auf die Bühne gebracht wird.

Flieg, Vogel, flieg! - © Susanne Hassler-Smith
Flieg, Vogel, flieg! - © Susanne Hassler-Smith

Ein schauspielerisch bravourös agierendes Ensemble (Dorothee Hartinger, Safira Robens, Wolfram Rupperti, Stellan Torrn, Maximilian Tröbinger und Teele Uustani) trichtert dabei dem Publikum knappe 75 Minuten lang die Kernbotschaft ein: Wir können so nicht weitermachen mit unserem sorglosen Umgang mit Kunststoff, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Oder, um mit einer Figur aus dem Stück zu sprechen: "So war doch Plastik nicht gedacht!"

Grandioses Puppenspiel

Inhaltlich gibt es nicht allzu viel Abwechslung. Es ist eigentlich nur diese eine Botschaft, die wieder und wieder in verschiedenen Variationen vor Augen geführt wird. Das aber natürlich kindgerecht: Anhand vieler Beispiele wird sehr anschaulich in Wort und Bild erläutert, wie Erdöl gewonnen wird, um daraus Plastik zu machen, wofür dieses gut ist und warum es solche Schäden in der Natur anrichtet, wenn es unkontrolliert in diese gelangt.

Dabei kommen auch mehrere Puppen zum Einsatz, die von den Darstellern grandios zum Leben erweckt werden (Bühne und Kostüme: Joanna Parker). Da wird ein Wäschekorb zur sanften Meeresschildkröte, und ein Pelikan aus Joghurtbechern wird vom Öl befreit und lernt wieder fliegen. Schauspielerisch ist die Inszenierung also ebenso sehr ansprechend wie optisch. Und neben den vielen erhobenen Zeigefingern und einigen Szenen zum Weinen gibt es schon auch einiges zum Schmunzeln oder gar Lachen. Das versöhnt dann auch jene mit dem Stück, die ohnehin dessen Botschaft bereits verinnerlicht haben und sich fragen, warum sie ihnen hier nun so eingetrichtert wird.

Zoes sonderbare Reise durch die Zeit

Akademietheater
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