Das Volkstheater Wien hat die Hoffnung aufgegeben, nach dem Corona-Lockdown mit dem Spielbetrieb bereits am 13. Dezember wieder starten zu können. So wird das Haus unter Intendant Kay Voges erst am 7. Jänner 2022 wieder für das Publikum öffnen. "Mit Blick auf die große Unsicherheit, wann und wie die Theater tatsächlich wieder aufsperren dürfen", sehe man sich zu diesem Schritt veranlasst.

Dabei verwies die Direktion auf den notwendigen Vorbereitungszeitraum für eine Wiedereröffnung sowie den Willen, ständige Verschiebungen zu vermeiden. Nicht zuletzt gelte es auch, einen beständigen Schwebezustand für die Mitarbeitenden zu vermeiden, stünden doch drei Produktionen praktisch unmittelbar vor der Premiere. "So wichtig der erneute Lockdown auch ist, für das Volkstheater kommt er zum erdenklich schlechtesten Zeitpunkt. Das zarte Pflänzchen des Wachstums und Ankommens ist niedergetrampelt worden, und wir müssen wieder von Neuem anfangen", zeigte sich Kay Voges, noch nicht lange Intendant des Hauses, konsterniert. Die Entscheidung für den 7. Jänner schaffe nun Planungssicherheit, wobei man den Spielplan für Jänner inklusive der neuen Premierentermine in der kommenden Woche veröffentlichen werde. Bereits für den Zeitraum der nun verlängerten Schließung gekaufte Karten können entweder rückabgewickelt oder umgetauscht werden.

Das kleine Theater Center Forum in Wien-Alsergrund teilte bereits am Mittwoch auf seiner Homepage mit, dass "aufgrund der Covid Verordnungen der Österreichischen Bundesregierung" bis 17. Jänner 2022 keine Vorstellungen stattfinden. "In Theaterkreisen wird kolportiert, dass wahrscheinlich die Theater heuer nicht mehr öffnen werden", begründete Direktor Stefan Mras seine Entscheidung.

Die meisten Häuser warten ab

In anderen Häusern wie dem Theater in der Josefstadt und dem Burgtheater will man indes die angekündigte Evaluierung der Regierung abwarten, wie eine APA-Anfrage ergab. "Ausgehend von unseren Erfahrungen während der letzten Lockdowns werden wir für unsere dispositionelle Planung den Entscheidungen der Regierung nicht vorgreifen", heißt es aus der Josefstadt. Auch die Umstände (etwa "2Gplus"), unter denen man wieder öffnen könne, würden in den Planungen eine Rolle spielen. Auch am Burgtheater harrt man der Entscheidung der Regierung und möchte nicht bereits jetzt eine längere Schließung ankündigen, "denn wir wollen für unser Publikum Theater zeigen und unserer Spielverpflichtung nachkommen, sobald dies wieder möglich ist".

Dennoch sei die Entscheidung des Volkstheaters nachvollziehbar. "Wir brauchen als Theater einen Planungshorizont, keinesfalls umsetzbar ist für uns die bereits erlebte Kurzfristigkeit und Kurzatmigkeit bei den Entscheidungen im Umgang mit Veranstaltungen in den Pandemie", sagte die Pressesprecherin des Burgtheaters. Darüber gebe es Einigkeit unter den Häusern, die natürlich auch im Austausch über diese Thematik seien. Die Proben für die geplanten Premieren werden jedenfalls fortgesetzt. Als neuer Premierentermin für "Die Ärztin" wurde heute der 23., für "Monster" der 29. Dezember angekündigt.

Kaum Glaube an den 13. Dezember

"Wir warten ab, was am 1. Dezember passiert", sagte auch Franz Patay, VBW-Geschäftsführer und Präsident des Wiener Bühnenvereins. In Hinblick auf die Prognosen zur Entwicklung der Corona-Zahlen beziffert er die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung seiner Häuser mit 13. Dezember allerdings gering. "Wir rechnen eher mit einer Verlängerung des Lockdowns", erklärte Patay. Derzeit hat man im Theater an der Wien für den 14. Dezember noch die Premiere von "Giulio Cesare in Egitto" in der Regie von Keith Warner eingeplant. Sollte diese nicht stattfinden können, werde man die Produktion gemeinsam mit dem ORF aufzeichnen und im Fernsehen ausstrahlen.

Auch für "Cats" im Ronacher ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit 14. Dezember geplant. Bei "Miss Saigon" im Raimund Theater gebe es nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen internationalen Beteiligten längere Vorlaufzeiten für einen neuen Premierentermin. Der eigentlich geplante Termin am 3. Dezember kann aufgrund des Lockdowns bekanntlich nicht stattfinden. Hier erneuerte Patay den Ruf nach Planungssicherheit und verweist auf die erprobten Präventionskonzepte. (apa)